Schilfradspinne
Larinioides cornutus
Die Schilfradspinne ist eine mittelgroße Spinne aus der Familie der Echten Radnetzspinnen. Sie zeichnet sich durch eine charakteristische Blattzeichnung auf dem Hinterleib aus und bewohnt bevorzugt die Ufervegetation von Seen, Teichen und Fließgewässern. Dort baut sie ihre vertikalen Radnetze meist zwischen Schilfhalmen oder Gräsern. Die Färbung der Tiere ist variabel und reicht von hellem Graubraun bis zu fast schwarzen Tönen, wobei die Zeichnung meist hell eingefasst ist.

Details
Erkennungsmerkmale
Dunkles, hell gerandetes Folium auf dem Hinterleib; Prosoma meist hell behaart; Beine deutlich dunkel geringelt.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; zeigt territoriales Verhalten bei der Besetzung von optimalen Netzbauplätzen in der Vegetation.
Ernährung
Vielfältige Fluginsekten, insbesondere Zuckmücken, Köcherfliegen und Eintagsfliegen, die über dem Wasser schlüpfen.
Jagdstrategie
Bau von vertikalen Radnetzen; die Spinne lauert meist in einem am Netzrand befindlichen, nach unten offenen Schlupfwinkel.
Laichsubstrat
Eikokons werden in geschützten Winkeln der Ufervegetation oder in zusammengerollten Blättern befestigt.
Überwinterung
Überwinterung meist als Subadulte oder Adulte in geschützten Gespinsten in hohlen Pflanzenstängeln oder unter Borke.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Regulator von Insektenpopulationen in Feuchtgebieten; Transfer von Biomasse aus dem aquatischen in das terrestrische System.
Natürliche Feinde
Insektenfressende Vögel, Schlupfwespen (als Wirte für Larven), Wegwespen und räuberische Fliegen.
Konkurrenzarten
Andere Radnetzspinnen wie Larinioides sclopetarius (Brückenkreuzspinne) oder Araneus diadematus.
Ökosystemleistung
Natürliche Schädlingskontrolle durch den Verzehr großer Mengen an Mücken und anderen Fluginsekten.
Bedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten, intensive Mahd der Ufervegetation und Einsatz von Pestiziden in Gewässernähe.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist das scharf abgesetzte, dunkle Folium auf dem Abdomen. Im Gegensatz zu Larinioides sclopetarius ist die Behaarung weniger seidig und das Habitat strenger an Feuchtgebiete gebunden. Die Epigyne des Weibchens besitzt einen langen, schmalen Scapus. Männchen haben verlängerte Pedipalpen mit spezifischer Bulbus-Struktur.
Lebensraum
Stark an Feuchtgebiete gebunden: Röhrichte, Seggenriede, Uferzonen von stehenden und fließenden Gewässern, feuchte Wiesen und Moore.
Rolle im Nahrungsnetz
Wichtiger Prädator im Ökoton zwischen Wasser und Land. Reguliert Populationen von Fluginsekten und dient selbst als Beute für Vögel und spezialisierte Wespen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten durch Entwässerung, intensive Ufernutzung, Zerstörung von Röhrichtbeständen und übermäßige Mahd von Uferrandstreifen.
Bestandstrend
Stabil; die Art ist in Mitteleuropa weit verbreitet und in geeigneten Habitaten oft sehr häufig (Quelle: Rote Liste Zentrum Deutschland).