Rainfarn
Tanacetum vulgare
Der Rainfarn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 150 Zentimetern erreicht. Er zeichnet sich durch seine goldgelben, körbchenförmigen Blütenstände aus, denen die Zungenblüten fehlen, wodurch sie wie Knöpfe wirken. Die Pflanze verströmt einen starken, kampferartigen Geruch und wächst bevorzugt an Wegrändern, Dämmen und Ufern.
Details
Habitatfunktion
Lebensraum und Pollenquelle für Wildbienen (z. B. Rainfarn-Maskenbiene), Schwebfliegen und Käfer.
Nährstoffaufnahme
Effektive Aufnahme von Stickstoff aus dem Boden; trägt zum Nährstoffkreislauf bei.
Nahrungsquelle für
Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus), Rainfarn-Blattkäfer, Raupen des Rainfarn-Mönchs und verschiedener Eulenalter.
Nutzung durch Menschen
Historisch als Wurmmittel (wegen Thujon-Gehalt toxisch), heute als Färbepflanze und natürliches Insektizid.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Insekten; bietet Struktur in Ruderalbiotopen und an Ufersäumen.
Natürliche Feinde
Diverse Insektenlarven und spezialisierte Blattkäfer wie der Rainfarn-Blattkäfer (Galeruca tanaceti).
Konkurrenzarten
Konkurrenzstarke Hochstauden der Ruderalflora wie die Kanadische Goldrute oder Gräser.
Ökosystemleistung
Bestäubung durch Insekten, Erosionsschutz an Böschungen durch Rhizombildung, biologischer Pflanzenschutz (Jauche).
Bedrohungen
Zerstörung von Ruderalflächen, übermäßige Mahd von Wegrändern und Uferbereichen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generativ über Achänen (Wind- und Klettausbreitung) sowie vegetativ durch Ausläuferbildung des Rhizoms.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Derzeit nicht gefährdet; lokale Rückgänge durch übermäßige Mahd von Wegrändern und intensive Herbizidanwendung in der Landwirtschaft.