Großes Granatauge
Erythromma najas
Das Große Granatauge ist eine Libellenart aus der Familie der Schlanklibellen. Die Männchen sind durch ihre leuchtend tiefroten Augen und die blauen Hinterleibsenden auf einem ansonsten dunklen Körper gut erkennbar. Sie besiedeln bevorzugt stehende Gewässer mit ausgeprägten Schwimmblattzonen, wie Seerosen- oder Teichrosenfelder.

Details
Erkennungsmerkmale
Männchen: Augen leuchtend rot, Abdomenoberseite schwarz, Segmente 1, 9 und 10 blau. Weibchen: Augen oben braun, unten gelbgrün, Körper bronzeschwarz mit hellen Seiten.
Sozialverhalten
Männchen sind territorial und verteidigen einzelne Schwimmblätter gegen Artgenossen.
Ernährung
Larven fressen aquatische Invertebraten wie Kleinkrebse; Adulte jagen kleine Fluginsekten wie Mücken.
Jagdstrategie
Lauerjäger (Larven) und Ansitzjäger (Adulte), die Beute im Flug fangen.
Laichsubstrat
Eier werden endophytic in das Gewebe von Schwimmblattpflanzen (z.B. Seerosen) abgelegt.
Überwinterung
Die Art überwintert als Larve im Wasser, meist im Sediment oder an Wasserpflanzen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im aquatischen und terrestrischen Nahrungsnetz, dient zudem als Beute für Vögel und Fische.
Natürliche Feinde
Vögel, Frösche, größere Libellenarten und Fische (für Larven).
Konkurrenzarten
Kleines Granatauge (Erythromma viridulum), andere Kleinlibellen.
Ökosystemleistung
Regulierung von Insektenpopulationen (z. B. Mücken).
Bedrohungen
Verlust von Stillgewässern mit Schwimmblattvegetation, Eutrophierung und Entfernung von Wasserpflanzen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größer als Erythromma viridulum. Männchen ohne blaue Keilzeichnung an den Thoraxseiten; Hinterkopf ohne helle Postokularflecken. Die blauen Segmente am Abdomenende umfassen nur S9 und S10, während S8 schwarz bleibt.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; Prädator von Zooplankton und kleineren Insektenlarven; selbst Beute für Fische und größere Libellenlarven (z.B. Aeshnidae).
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Schwimmblattzonen durch Eutrophierung, intensive fischereiliche Nutzung (Graskarpfenbesatz) und mechanische Störungen (Bootsverkehr).
Bestandstrend
Stabil; in einigen Regionen durch Klimaerwärmung und Ausbreitung nach Norden tendenziell zunehmend.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung von Schwimmblattgesellschaften; Reduktion von Nährstoffeinträgen; Beschränkung des Bootsverkehrs in Uferzonen.