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Fisch

Ukelei

Alburnus alburnus

RL LC🦅 Wanderart

Der Ukelei ist ein schlanker, seitlich stark abgeflachter Süßwasserfisch mit oberständigem Maul und silbrig glänzenden Schuppen. Er lebt bevorzugt in den oberen Wasserschichten von stehenden oder langsam fließenden Gewässern und ist in Europa weit verbreitet. Die Art ist bekannt für ihre ausgeprägte Schwarmbildung und ihre Agilität beim Fang von Insekten direkt an der Wasseroberfläche.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Oberständiges Maul mit steil nach oben gerichteter Mundspalte, silbrig glänzende Flanken, lange Afterflosse mit 17-20 Strahlen.

🐠

Sozialverhalten

Ausgeprägter Schwarmfisch, der in großen Gruppen im Freiwasser nahe der Oberfläche lebt.

🍽️

Ernährung

Ernährt sich primär von Zooplankton und Anflugnahrung (Insekten an der Wasseroberfläche).

🎯

Jagdstrategie

Aktives Aufspüren von Plankton im Freiwasser sowie schnelles Zustoßen nach Insekten an der Oberfläche.

🥚

Laichsubstrat

Kies, Steine, Wurzeln oder Wasserpflanzen in flachem, gut durchströmtem Wasser.

❄️

Überwinterung

Zieht sich in den Wintermonaten in tiefere, strömungsarme Gewässerzonen zurück und reduziert die Stoffwechselaktivität.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Primärkonsument von Zooplankton und zentrale Beute für Raubfische und Wasservögel.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Zander, Flussbarsch, Rapfen, Kormoran, Eisvogel und Seeschwalben.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere planktonfressende Fische wie Rotauge, Moderlieschen oder junge Brassen.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung der Zooplanktonbestände und Transfer von Energie in höhere trophische Ebenen.

⚠️

Bedrohungen

Verlust von Flachwasserhabitaten durch Uferverbauung, starke Eutrophierung und chemische Wasserverschmutzung.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Körperlänge
10 – 25 cm
Maximalgröße
25
Gewicht
0.01 – 0.1 kg
Maximalgewicht
0.2
Lebenserwartung
3 – 10 years
Körperform
Langgestreckt, seitlich stark abgeflacht, schlank mit fast gerader Rückenlinie.
Schuppenformel
45-55 (SL)
Flossenformel
D III/7-9, A III/14-20, P I/14-15, V II/8

Färbung

Rücken grünlich-grau bis bläulich-grün; Flanken und Bauch intensiv silbrig glänzend mit metallischem Schein.

Erkennungsmerkmale

Oberständiges, steil nach oben gerichtetes Maul; lange Afterflosse (17-23 verzweigte Strahlen); Schuppen sitzen sehr locker; schuppenloser Kiel zwischen Bauchflossen und After.

Verwechslungsarten

Moderlieschen (Leucaspius delineatus - unvollständige Seitenlinie), Hasel (Leuciscus leuciscus), Rapfen-Jungfische (Leuciscus aspius).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln zur Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag am Kopf und auf dem Rücken; Weibchen sind meist fülliger.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0 – 5 m
Temperaturbereich
4 – 30 °C
pH-Bereich
6.5 – 8.5 pH

Fischregion

Brachsenregion (Metapotamal), auch in großen Seen und im Brackwasser der Ostsee.

Bevorzugte Zone

Pelagial, bevorzugt die oberflächennahe Wasserschicht (Epilimnion).

Strömungspräferenz

Limnophil bis eurytop; bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer.

Substratpräferenz

Kies, Sand oder submerse Vegetation in flachen Uferbereichen.

Sauerstoffbedarf

Moderat bis hoch; empfindlich gegenüber Sauerstoffzehrung in der Oberflächenschicht.

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)
Wanderdistanz
1 – 50 km

Wanderverhalten

Kurzdistanzwanderungen innerhalb des Gewässersystems zu geeigneten Laichplätzen in Ufernähe oder Zuflüssen.

Fortpflanzung

LaichzeitApr – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
14 – 20 °C
Eizahl
3000 – 30000 eggs
Eigröße
1 – 1.5 mm
Brutdauer (Tage)
3 – 10 days
Geschlechtsreife (Jahre)
2 – 3 years

Laichsubstrat

Phytolithophil; Eier werden an Steinen, Wurzeln oder Wasserpflanzen in flachem Wasser abgelegt.

Larvalphase

Nach dem Schlupf heften sich die Larven kurzzeitig an Substrat; nach Aufzehren des Dottersacks Übergang zum pelagischen Leben.

Brutpflege

Keine.

Ernährung

Aktivität
Tagaktiv

Ernährungstyp

Planktivor und insektivor (Anflugnahrung).

Nahrung Jungfische

Kleines Zooplankton wie Rotatorien und Nauplien.

Nahrung erwachsen

Zooplankton (Cladoceren, Copepoden), Insektenlarven, Anflugnahrung (Insekten an der Oberfläche), gelegentlich Algen.

Jagdstrategie

Aktive Suche in der freien Wassersäule und gezieltes Schnappen nach Insekten an der Wasseroberfläche.

Schwarmverhalten

Stark ausgeprägtes Schwarmverhalten; bildet oft riesige Schwärme in der Freiwasserzone.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
2.1

Rolle im Nahrungsnetz

Zentrales Glied in der Nahrungskette; wandelt Zooplankton in Fischbiomasse für Prädatoren wie Zander und Hecht um.

Natürliche Feinde

Hecht, Zander, Rapfen, Flussbarsch, Kormoran, Gänsesäger, Seeschwalben.

Konkurrenten

Andere planktivore Arten wie Rotauge (Rutilus rutilus) oder Moderlieschen (Leucaspius delineatus).

Parasiten

Ligula intestinalis (Riemenwurm), Dactylogyrus-Arten (Kiemenwürmer).

Bioindikator-Funktion

Indikator für mäßig belastete Gewässer (Güteklasse II); Zeiger für hohe pelagische Produktivität.

Fischerei & Recht

Fischereiliche Regelung

In den meisten deutschen Bundesländern keine gesetzliche Schonzeit oder Mindestmaß.

Schonzeit

Keine

Wirtschaftliche Nutzung

Historisch Gewinnung von 'Fischsilber' (Guanin) für Kunstperlen; heute primär als Köderfisch für die Angelfischerei.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Uferverbauung und Verlust von Flachwasserhabitaten; starke Prädation in anthropogen veränderten Gewässern.

Bestandstrend

Stabil; eine der häufigsten Fischarten in Mitteleuropa.

Schutzmaßnahmen

Renaturierung von Uferzonen; Erhalt der Durchgängigkeit von Fließgewässern.

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