Landkärtchen
Araschnia levana
Das Landkärtchen ist ein Tagfalter, der einen ausgeprägten Saisondimorphismus zeigt: Die Frühlingsgeneration ist orange-braun gemustert, während die Sommergeneration schwarz mit weißen Binden ist. Es besiedelt bevorzugt feuchte Waldränder, Auen und Gebüsche. Die Raupen ernähren sich fast ausschließlich von der Großen Brennnessel, wobei die Eier in charakteristischen Schnüren abgelegt werden.

Details
Erkennungsmerkmale
Saisondimorphismus: Frühlingsform orange-braun (f. levana), Sommerform schwarz-weiß (f. prorsa). Unterseite beider Formen mit landkartenähnlichem Netzmuster.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch; Männchen verteidigen oft kleine Territorien an Waldwegen oder Lichtungen.
Ernährung
Larven fressen ausschließlich Brennnesselblätter. Adulte Falter saugen Nektar an Doldenblütlern, Brombeeren, Faulbaum und Baldrian.
Laichsubstrat
Unterseite von Blättern der Großen Brennnessel (Urtica dioica).
Überwinterung
Überwinterung als Puppe (Gürtelpuppe) an Pflanzenstängeln in der Krautschicht.
Ökologie
Ökologische Rolle
Bestäuber verschiedener Wildpflanzen und wichtige Beute für insektenfressende Vögel und räuberische Wirbellose.
Natürliche Feinde
Vögel, Spinnen, Schlupfwespen (als Parasitoide der Larven), räuberische Wanzen.
Konkurrenzarten
Andere Brennnesselfresser wie Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs und Admiral.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Blütenpflanzen in Waldrand- und Auenökosystemen.
Bedrohungen
Verlust von feuchten Saumbiotopen durch intensive Forstwirtschaft und Entwässerung von Waldstandorten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Einzigartiges Netzmuster auf der Flügelunterseite (namensgebend); extremer Farbunterschied zwischen den Generationen (Photoperiodismus gesteuert durch die Tageslänge während der Larvalentwicklung).
Lebensraum
Waldränder, Lichtungen, feuchte Waldwege, Auenwälder, Gebüsche und Hochstaudenfluren mit Brennnesselbeständen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Forstwirtschaft (Verlust von Lichtungen), Beseitigung von Brennnesselsäumen (Saumstrukturen), Entwässerung von Feuchtwäldern.
Bestandstrend
Stabil bis zunehmend; die Art profitiert in Mitteleuropa teilweise von der Eutrophierung (Stickstoffeintrag fördert Brennnesseln) und der Klimaerwärmung (Arealerweiterung nach Norden).
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung von Brennnesselsäumen an Waldrändern; Belassen von Lichtungen und breiten, besonnten Waldwegen; Förderung einer naturnahen Waldwirtschaft.