Nitrosomonas
Nitrosomonas
Nitrosomonas ist eine Gattung gramnegativer, chemolithoautotropher Bakterien, die eine zentrale Rolle im globalen Stickstoffkreislauf spielen. Sie gewinnen ihre Energie durch die Oxidation von Ammoniak zu Nitrit, einen Prozess, der als Nitritation bezeichnet wird. Diese Bakterien sind obligat aerob und nutzen Kohlendioxid als primäre Kohlenstoffquelle. Sie kommen ubiquitär in Böden, Süßwasser, marinen Habitaten und insbesondere in Kläranlagen vor.

Details
Erkennungsmerkmale
Stäbchenförmige, ellipsoide oder kugelige Zellen; oft mit polaren Geißeln beweglich; bilden teilweise Zellaggregate.
Sozialverhalten
Bildung von Biofilmen und Zellaggregaten zur Optimierung des Stoffwechsels und Schutzes.
Ernährung
Nutzt Ammoniak (NH3) als Energiequelle und anorganischen Kohlenstoff (CO2) für den Zellaufbau.
Überwinterung
Dauerstadien oder reduzierte Stoffwechselaktivität bei niedrigen Temperaturen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärer Nitrifizierer; wandelt für Fische toxisches Ammoniak in Nitrit um und ermöglicht so den weiteren Abbau durch Nitrobacter.
Natürliche Feinde
Bakteriovore Protozoen (Einzeller) und Bakteriophagen.
Konkurrenzarten
Andere ammoniakoxidierende Bakterien (AOB) und ammoniakoxidierende Archaeen (AOA).
Ökosystemleistung
Reinigung von Gewässern; Stickstofffixierung im Boden; Schlüsselrolle in der Abwasserreinigung.
Bedrohungen
Toxische Hemmstoffe wie Schwermetalle, Pestizide oder plötzliche pH-Wert-Schwankungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Ubiquitär in Böden, Süßwasser, marinen Habitaten und insbesondere in Kläranlagen (Belebtschlamm) verbreitet. Bevorzugt Standorte mit hoher Verfügbarkeit von Ammonium und Karbonaten.
Ökologische Rolle
Schlüsselorganismus im globalen Stickstoffkreislauf. Nitrosomonas führt den ersten, geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Nitrifikation aus (Ammoniakoxidation), was die Grundlage für die anschließende Nitratbildung durch Nitrobacter bildet.