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Makrozoobenthos

Bauchige Zwerghornschnecke (Körnerwarze)

Carychium minimum

RL LC🔬 Zeigerart

Die Bauchige Zwerghornschnecke, historisch auch als Körnerwarze bekannt, ist eine extrem kleine Schneckenart, die auf dauerfeuchte Lebensräume spezialisiert ist. Ihr Gehäuse ist spindelförmig, farblos-hyalin und erreicht lediglich eine Höhe von etwa 1,6 bis 2,2 mm. Sie besiedelt bevorzugt die Bodenstreu von Erlenbrüchen, Sumpfwiesen und die unmittelbare Ufervegetation von Gewässern.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Gehäuse winzig (max. 2,2 mm), bauchig-spindelförmig, hyalin-weißlich glänzend, Mündung mit drei charakteristischen Zähnen bzw. Lamellen.

🐠

Sozialverhalten

Solitär lebend, tritt jedoch bei optimalen Bedingungen in sehr hohen Individuendichten in der Streuschicht auf.

🍽️

Ernährung

Ernährt sich als Detritusfresser von zerfallendem organischem Material, Mikroorganismen und Pilzhyphen.

🥚

Laichsubstrat

Feuchtes Totholz, moderndes Laub oder Moospolster.

❄️

Überwinterung

Überwinterung erfolgt als Adulttier oder im Eistadium in der feuchten Bodenstreu.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Destruent in Feuchtbiotopen; trägt zur Stoffumsetzung in der organischen Auflage bei.

🦅

Natürliche Feinde

Räuberische Insektenlarven, kleine Amphibien und verschiedene Vögel der Uferzone.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Zwerghornschnecken wie Carychium tridentatum (an trockeneren Standorten).

🌟

Ökosystemleistung

Unterstützung der Bodenbildung durch Zersetzung von organischem Material.

⚠️

Bedrohungen

Entwässerungsmaßnahmen, Grundwasserabsenkung, Verlust von Feuchtwiesen und die Verbauung von Uferrandstreifen.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Zwerghornschnecken (Carychiidae / Ellobiidae)

Erkennungsmerkmale

Im Vergleich zu Carychium tridentatum ist das Gehäuse bauchiger und kürzer. Die Mündung besitzt drei markante Zähne (Lamellen). Charakteristisch ist der Verlauf der Parietallamelle im Inneren der letzten Windung, die bei C. minimum deutlich gewellt ist (sichtbar durch Aufbrechen oder bei frischen, transparenten Schalen).

Ernährung

Detritus, Pilzhyphen, Bakterienfilme und Algen auf feuchtem organischem Material.

Fortpflanzung

Zwitter (hermaphroditisch); die Eiablage erfolgt einzeln in feuchtem Substrat. Die Entwicklung verläuft direkt ohne Larvenstadium.

Rolle im Nahrungsnetz

Primärkonsument und Destruent; wandelt totes organisches Material um und dient als Beute für räuberische Arthropoden.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Entwässerung von Feuchtgebieten, Grundwasserabsenkung, Verlust von naturnahen Auenwäldern und intensive forstwirtschaftliche Nutzung.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Renaturierung von Feuchtgebieten, Erhalt natürlicher Überflutungsdynamiken und Sicherung von Erlenbruchwäldern.

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