Frühlings-Seidenbiene
Colletes cunicularius
Die Frühlings-Seidenbiene ist eine der größten heimischen Seidenbienenarten und erreicht fast die Größe einer Honigbiene. Sie zeichnet sich durch eine dichte, braungraue Behaarung aus und ist bereits ab März an sonnigen Tagen aktiv. Die Art nistet solitär in selbstgegrabenen Gängen im Sandboden, bildet jedoch oft beeindruckende Aggregationen mit tausenden Individuen. Da sie oligoletisch ist, hängt ihr Vorkommen stark von der Verfügbarkeit blühender Weiden ab.
Details
Erkennungsmerkmale
Dichte braune Behaarung auf dem Thorax, Hinterleib schwarz mit hellen Haarbinden, Weibchen mit Pollensammelhaaren an den Hinterbeinen.
Sozialverhalten
Solitär, bildet aber oft große Nistaggregationen (gregär).
Ernährung
Oligoletisch spezialisiert auf Weiden (Salix-Arten) als Pollenquelle.
Laichsubstrat
Sandiger Boden, oft in Böschungen oder ebenen Flächen.
Überwinterung
Überwintert als fertiges Insekt (Imago) in der versiegelten Brutzelle im Boden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für Weidengewächse im frühen Frühjahr; Wirt für spezialisierte Kuckucksbienen.
Natürliche Feinde
Buckel-Blutbiene (Sphecodes albilabris) als Brutparasit, insektenfressende Vögel.
Konkurrenzarten
Andere frühfliegende Weiden-Spezialisten wie Andrena vaga.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wildpflanzen und frühblühenden Gehölzen.
Bedrohungen
Verlust von Sandlebensräumen durch Bebauung oder Sukzession, Entfernung von Weidengehölzen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größte heimische Art der Gattung Colletes. Charakteristisch ist die kurze, an der Spitze zweigespaltene Zunge (typisch für Colletidae). Die Art fliegt sehr früh im Jahr (März) und ist streng an Weiden (Salix) gebunden. Im Gegensatz zu Sandbienen (Andrena) besitzen Seidenbienen keine Foveae faciales (Gesichtsfelder).
Lebensraum
Sandgebiete, Binnendünen, Flussauen mit dynamischen Sandbänken, Sand- und Kiesgruben, gelegentlich auch in sandigen Gärten oder Parkanlagen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Dynamik in Flussauen (Verhinderung von Sandbankbildung), Verfüllung von Sandgruben, Versiegelung von Sandflächen im Siedlungsbereich, Rückgang von Weidenbeständen.
Bestandstrend
In Deutschland insgesamt stabil, profitiert teilweise von Sekundärhabitaten wie Abbaugebieten, ist aber lokal durch Habitatverlust gefährdet.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Revitalisierung von Flussauen, Erhalt von Sandgruben als Sekundärhabitate, Förderung heimischer Weidenarten, Offenhalten von Sandflächen durch Entkusselung.