Dreieckskopf-Strudelwurm
Dugesia gonocephala
Dugesia gonocephala ist ein weit verbreiteter Plattwurm, der bevorzugt in kühlen, schnell fließenden Bächen unter Steinen lebt. Die Art ist bekannt für ihren charakteristischen dreieckigen Kopf mit zwei deutlich sichtbaren Augen und seitlichen Fortsätzen. Sie ernährt sich räuberisch von kleinen Wirbellosen und spielt eine wichtige Rolle im Nahrungsnetz von Fließgewässern. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzung dient sie als Bioindikator für eine hohe Wasserqualität.

Details
Erkennungsmerkmale
Deutlich dreieckig abgesetzter Kopf, zwei Augen mit hellem Hof, meist bräunliche bis olivgrüne Färbung, flacher Körperbau.
Sozialverhalten
Meist einzelgängerisch, bildet jedoch Ruhegemeinschaften unter Steinen zum Schutz vor Strömung und Licht.
Ernährung
Ernährt sich von kleinen Krebstieren (z.B. Flohkrebsen), Insektenlarven, kleinen Schnecken und Aas.
Jagdstrategie
Aktives Aufspüren von Beute mittels Chemorezeptoren; Beute wird mit Schleim fixiert und durch den ausstülpbaren Pharynx verdaut.
Laichsubstrat
Gestielte Eikapseln (Kokons) werden an der Unterseite von Steinen oder Wasserpflanzen angeheftet.
Überwinterung
Überwinterung als adultes Tier oder im Eistadium im Sediment des Gewässergrundes.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im benthischen Nahrungsnetz, reguliert Populationen kleiner Wirbelloser.
Natürliche Feinde
Fische (z.B. Forellen, Koppen), größere räuberische Insektenlarven (Libellenlarven, Köcherfliegenlarven).
Konkurrenzarten
Andere Planarienarten wie Polycelis felina oder Crenobia alpina.
Ökosystemleistung
Trägt zur biologischen Selbstreinigung von Gewässern durch den Verzehr von Aas bei.
Bedrohungen
Gewässerverschmutzung, Eutrophierung, thermische Belastung und physikalische Zerstörung von Bachläufen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist der deutlich dreieckig abgesetzte Kopf mit zwei seitlich abstehenden Aurikeln (Sinneslappen). Auf dem Kopf befinden sich zwei dunkle Pigmentbecheraugen, die jeweils in einem hellen, pigmentfreien Hof liegen. Die Augen stehen relativ nah beieinander im Vergleich zu anderen Dugesia-Arten.
Ernährung
Kleine Oligochaeten, Chironomidenlarven, kleine Krebstiere (z.B. Gammariden) sowie frisches Aas.
Fortpflanzung
Hermaphroditisch. Die Fortpflanzung erfolgt sexuell durch die Ablage von gestielten Kokons (Eikapseln) an Substrat oder asexuell durch Querteilung (Fission) mit anschließender Regeneration.
Rolle im Nahrungsnetz
Sekundärkonsument; spielt eine Rolle bei der Regulation von Insektenpopulationen im Benthos und dient selbst als Beute für größere Prädatoren.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Gewässerausbau, Eutrophierung, thermische Belastung durch Klimawandel (Erwärmung der Bäche) und Pestizideinträge aus der Landwirtschaft.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Wiederherstellung naturnaher Bachstrukturen, Schutz der Ufervegetation zur Beschattung (Temperaturkontrolle) und Reduktion diffuser Stoffeinträge.