Gelbwangen-Schmuckschildkröte
Trachemys scripta scripta
Die Gelbwangen-Schmuckschildkröte ist eine Unterart der Buchstaben-Schmuckschildkröte und stammt ursprünglich aus dem Südosten der USA. Sie ist erkennbar an einem breiten, gelben vertikalen Streifen hinter dem Auge und einem gelben Bauchpanzer mit wenigen dunklen Flecken. In Europa gilt sie als invasive Art, da sie durch ihre Robustheit und Konkurrenzstärke heimische Arten wie die Europäische Sumpfschildkröte gefährdet. Sie bevorzugt stehende Gewässer mit üppiger Vegetation und ausreichend Sonnenplätzen.
Details
Erkennungsmerkmale
Gelber vertikaler Fleck hinter dem Auge; gelber Bauchpanzer mit runden Flecken nur auf den vorderen Schilden; olivgrüner Rückenpanzer.
Sozialverhalten
Gesellig beim Sonnenbaden, jedoch ohne komplexe soziale Bindungen; zeigt oft Aggression bei Futterneid.
Ernährung
Allesfresser; Jungtiere bevorzugen tierische Proteine (Insekten, Fische), während adulte Tiere überwiegend Wasserpflanzen fressen.
Jagdstrategie
Aktives Aufspüren von Beute im Wasser sowie Abweiden von Wasserpflanzen und Algen.
Laichsubstrat
Sonnige Plätze mit grabfähigem, sandigem oder lockerem Erdboden.
Überwinterung
Winterstarre (Brumation) im Schlamm am Gewässergrund oder in frostfreien Uferbereichen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Konsument in aquatischen Nahrungsnetzen; in Europa Konkurrent für die heimische Emys orbicularis.
Natürliche Feinde
Waschbären, Reiher, große Raubfische (für Jungtiere); Alligatoren im Ursprungsgebiet.
Konkurrenzarten
Europäische Sumpfschildkröte, andere Schmuckschildkröten-Arten.
Ökosystemleistung
Aasbeseitigung in Gewässern; Verbreitung von Pflanzensamen.
Bedrohungen
Lebensraumverlust im natürlichen Verbreitungsgebiet; in Europa selbst eine Bedrohung für die Biodiversität.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Vertikaler gelber Balken hinter dem Auge (Unterschied zur Rotwangen-Schmuckschildkröte); S-förmige gelbe Markierung am Unterkiefer; meist nur zwei schwarze Flecken auf dem Plastron; Hinterrand des Carapax leicht gezackt.
Lebensraum
Bevorzugt stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Seen, Sümpfe und Altarme mit weichem Bodengrund, reicher Unterwasservegetation und zahlreichen Sonnenplätzen.
Ernährung
Omnivor; Jungtiere ernähren sich überwiegend karnivor (Insekten, Larven, kleine Fische, Krebstiere), während Adulte zunehmend herbivor (Wasserpflanzen, Algen) werden.
Rolle im Nahrungsnetz
Konsument 1. und 2. Ordnung; in Europa invasive Art, die mit der heimischen Emys orbicularis um Sonnenplätze und Nahrung konkurriert.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
In der Heimat Habitatverlust; in Europa als invasive Art eingestuft (EU-Verordnung 1143/2014), daher Bekämpfungsmaßnahmen und Handelsverbot.
Bestandstrend
Stabil im natürlichen Verbreitungsgebiet; weltweit durch Aussetzungen in vielen Regionen etabliert.
Schutzmaßnahmen
In Europa keine Schutzmaßnahmen; Fokus liegt auf der Bestandsreduktion, Entnahme aus der Natur und dem Verbot von Verkauf und Zucht.