Zum Inhalt springen
Bakterium/Virus

Eisenbakterium

Gallionella

🔬 Zeigerart

Gallionella ist eine Gattung von nierenförmigen, eisenoxidierenden Bakterien, die vor allem in eisenhaltigem Grund- und Oberflächenwasser vorkommen. Sie sind bekannt für die Produktion von extrazellulären, verdrillten Bändern aus Eisen(III)-hydroxid, die oft als 'Stiele' bezeichnet werden. Diese Bakterien sind chemolithotroph und gewinnen Energie durch die Oxidation von zweiwertigem Eisen zu dreiwertigem Eisen unter mikroaerophilen Bedingungen. Ihr Vorkommen führt häufig zur Bildung von ockerfarbenen Ablagerungen in Brunnen und Quellen.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Nierenförmige Zellen; charakteristische, verdrillte, bandartige Stiele aus Eisenhydroxid; Bildung von ockerfarbenen Ausfällungen.

🐠

Sozialverhalten

Bildung von Biofilmen und fädigen Kolonien durch die extrazellulären Stiele.

🍽️

Ernährung

Chemolithotroph; nutzt die Oxidation von Fe(II) zu Fe(III) als Energiequelle und fixiert CO2 als Kohlenstoffquelle.

❄️

Überwinterung

Persistenz in Sedimenten und Biofilmen.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtige Rolle im globalen Eisenkreislauf; trägt zur Bildung von Eisenablagerungen und biologischem Ocker bei.

🦅

Natürliche Feinde

Protozoen (Einzeller), die Bakterien fressen.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere eisenoxidierende Bakterien wie Leptothrix.

🌟

Ökosystemleistung

Biologische Enteisenung von Wasser; Mitwirkung bei der Bildung mineralischer Ressourcen.

⚠️

Bedrohungen

Übermäßige Sauerstoffsättigung des Wassers; extreme pH-Wert-Schwankungen.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Steckbrief

Familie
Gallionellaceae

Lebensraum

Eisenhaltiges, sauerstoffarmes Grundwasser, Brunnen, Drainagesysteme, Quellen und Bergbauabwässer. Bevorzugt die Redox-Grenzschicht (Oxyklin), wo Fe(II) und geringe Mengen O2 (0,1–1,0 mg/L) aufeinandertreffen.

Ökologische Rolle

Schlüsselorganismus im globalen Eisenkreislauf; trägt massiv zur Biomineralisation von Eisenoxiden bei. In technischen Anlagen (Brunnen) führt die Aktivität zur 'Verockerung', was die hydraulische Leitfähigkeit reduziert.

Wikipedia →