Eisenbakterium
Gallionella
Gallionella ist eine Gattung von nierenförmigen, eisenoxidierenden Bakterien, die vor allem in eisenhaltigem Grund- und Oberflächenwasser vorkommen. Sie sind bekannt für die Produktion von extrazellulären, verdrillten Bändern aus Eisen(III)-hydroxid, die oft als 'Stiele' bezeichnet werden. Diese Bakterien sind chemolithotroph und gewinnen Energie durch die Oxidation von zweiwertigem Eisen zu dreiwertigem Eisen unter mikroaerophilen Bedingungen. Ihr Vorkommen führt häufig zur Bildung von ockerfarbenen Ablagerungen in Brunnen und Quellen.

Details
Erkennungsmerkmale
Nierenförmige Zellen; charakteristische, verdrillte, bandartige Stiele aus Eisenhydroxid; Bildung von ockerfarbenen Ausfällungen.
Sozialverhalten
Bildung von Biofilmen und fädigen Kolonien durch die extrazellulären Stiele.
Ernährung
Chemolithotroph; nutzt die Oxidation von Fe(II) zu Fe(III) als Energiequelle und fixiert CO2 als Kohlenstoffquelle.
Überwinterung
Persistenz in Sedimenten und Biofilmen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Rolle im globalen Eisenkreislauf; trägt zur Bildung von Eisenablagerungen und biologischem Ocker bei.
Natürliche Feinde
Protozoen (Einzeller), die Bakterien fressen.
Konkurrenzarten
Andere eisenoxidierende Bakterien wie Leptothrix.
Ökosystemleistung
Biologische Enteisenung von Wasser; Mitwirkung bei der Bildung mineralischer Ressourcen.
Bedrohungen
Übermäßige Sauerstoffsättigung des Wassers; extreme pH-Wert-Schwankungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Eisenhaltiges, sauerstoffarmes Grundwasser, Brunnen, Drainagesysteme, Quellen und Bergbauabwässer. Bevorzugt die Redox-Grenzschicht (Oxyklin), wo Fe(II) und geringe Mengen O2 (0,1–1,0 mg/L) aufeinandertreffen.
Ökologische Rolle
Schlüsselorganismus im globalen Eisenkreislauf; trägt massiv zur Biomineralisation von Eisenoxiden bei. In technischen Anlagen (Brunnen) führt die Aktivität zur 'Verockerung', was die hydraulische Leitfähigkeit reduziert.