Steinhummel
Bombus lapidarius
Die Steinhummel ist eine staatenbildende Wildbiene, die durch ihre tiefschwarze Behaarung und die markante orangerote Spitze am Abdomen auffällt. Sie besiedelt bevorzugt offene Landschaften, Gärten und Parks und nistet oft unter Steinhaufen oder in Mauerspalten. Ein Volk umfasst in der Regel zwischen 100 und 300 Individuen, wobei die Königin deutlich größer als die Arbeiterinnen ist.

Details
Erkennungsmerkmale
Körper tiefschwarz behaart, die letzten drei Segmente des Abdomens sind leuchtend rot oder orangerot gefärbt.
Sozialverhalten
Eusozial; bildet einjährige Völker mit einer Königin und spezialisierten Arbeiterinnen.
Ernährung
Polylektische Ernährungsweise; sammelt Nektar und Pollen von einer Vielzahl von Pflanzenfamilien wie Lippenblütlern und Klee.
Laichsubstrat
Nistet unterirdisch in Mäuselöchern oder oberirdisch in Steinhaufen und Mauerspalten.
Überwinterung
Begattete Jungköniginnen überwintern in selbst gegrabenen Erdlöchern in lockerem Boden.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für zahlreiche Wild- und Nutzpflanzen in verschiedenen Lebensräumen.
Natürliche Feinde
Vögel wie der Neuntöter, Raubfliegen, Spinnen und die Felsen-Kuckuckshummel als Brutparasit.
Konkurrenzarten
Andere Hummelarten und die Honigbiene bei der Nahrungssuche.
Ökosystemleistung
Bestäubung sichert die Fortpflanzung von Pflanzen und die Produktion von Samen und Früchten.
Bedrohungen
Verlust von Nistplätzen, Einsatz von Insektiziden und Rückgang des Blütenangebots durch intensive Landwirtschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Kurzer Rüssel; Pollensammlerin (Pollenstorer). Weibchen sind im Gegensatz zu Bombus terrestris ohne gelbe Querbinden. Die rote Färbung des Hinterleibsendes ist scharf abgegrenzt. Die Beinhaare sind bei B. lapidarius schwarz, was sie von der ähnlichen B. ruderarius unterscheidet.
Lebensraum
Weit verbreitet in offenen Landschaften, Magerwiesen, Deichen, Waldrändern, Gärten und städtischen Parks. Gilt als Kulturfolger.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (Verlust von Brachflächen), Einsatz von Insektiziden (Neonicotinoide), Rückgang von spätblühenden Pflanzenarten und Mangel an Nistplätzen durch Flächenversiegelung.
Bestandstrend
Stabil; die Steinhummel gehört zu den häufigsten und am wenigsten gefährdeten Hummelarten in Mitteleuropa, zeigt jedoch lokale Rückgänge in intensiv genutzten Agrarräumen.
Schutzmaßnahmen
Erhalt von blütenreichen Wiesen und Saumstrukturen, Förderung des ökologischen Landbaus, Bereitstellung von Nistmöglichkeiten (z. B. Steinhaufen) und Verzicht auf Pestizide in Gärten.