Blauschwarze Holzbiene
Xylocopa violacea
Die Blauschwarze Holzbiene ist eine solitäre Wildbiene, die durch ihren tiefschwarzen, hummelartigen Körper und die violett schimmernden Flügel auffällt. Sie nistet in totem, sonnenexponiertem Holz, in das sie mit ihren kräftigen Kiefern Gänge nagt. Aufgrund der Klimaerwärmung breitet sie sich zunehmend nach Norden aus und ist häufig in Gärten und Parkanlagen anzutreffen.

Details
Erkennungsmerkmale
Körper tiefschwarz behaart, Flügel bläulich-violett irisierend, sehr groß (hummelartig), Fühler der Männchen am Ende rötlich geringelt.
Sozialverhalten
Solitär lebend, bildet keine Staaten; Weibchen versorgen ihre Brut allein in selbst gegrabenen Holzgängen.
Ernährung
Nektar und Pollen einer Vielzahl von Pflanzenfamilien, bevorzugt Schmetterlingsblütler und Lippenblütler.
Laichsubstrat
Morsches, aber trockenes und sonnenexponiertes Totholz (z.B. Obstbäume, Pfähle, Balken).
Überwinterung
Imagines (ausgewachsene Tiere) überwintern in Mauerspalten, Erdlöchern oder alten Brutgängen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber, insbesondere für tiefkelchige Blüten; trägt zur Zersetzung von Totholz bei.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Bienenfresser), solitäre Wespen, Parasitoide.
Konkurrenzarten
Andere großwüchsige Bienen wie Hummeln (Nahrungskonkurrenz).
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen.
Bedrohungen
Mangel an geeignetem Totholz, Einsatz von Pestiziden, Verlust von blütenreichen Lebensräumen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Größte heimische Bienenart. Männchen besitzen zwei auffällige rötlich-gelbe Glieder an der Fühlerspitze (11. und 12. Segment). Weibchen haben kräftige Mandibeln zum Nagen in Holz und 12 Fühlersegmente. Die Flügeladern und die Größe sind diagnostisch für die Gattung Xylocopa.
Lebensraum
Wärmebegünstigte Offenlandschaften, Streuobstwiesen, Gärten und Parks im Siedlungsbereich, Waldränder mit hohem Totholzanteil.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Mangel an geeignetem, stark dimensioniertem Totholz (besonders stehendes Totholz), Einsatz von Insektiziden, Verlust von strukturreichen Gärten und Streuobstwiesen.
Bestandstrend
Deutlich zunehmend; die Art breitet sich aufgrund der Klimaerwärmung massiv nach Norden aus (Arealerweiterung in Deutschland bis an die Küsten).
Schutzmaßnahmen
Erhalt von Totholz (insbesondere dicke Stämme in sonniger Lage), Verzicht auf Holzschutzmittel im Außenbereich, Förderung eines kontinuierlichen Blütenangebots (z. B. durch Anpflanzung von Blauregen oder Platterbsen).