Signalkrebs
Pacifastacus leniusculus
Der Signalkrebs ist ein robuster Süßwasserkrebs, der ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika stammt. Er ähnelt optisch dem heimischen Edelkrebs, wächst jedoch schneller, ist aggressiver und erreicht früher die Geschlechtsreife. In Europa gilt er als eine der problematischsten invasiven Arten, da er die Krebspest überträgt, gegen die er selbst weitgehend immun ist, was zum lokalen Aussterben heimischer Krebsbestände führt.

Details
Erkennungsmerkmale
Charakteristischer weißer bis hellblauer Fleck am Schergelenk ('Signal'), glatter Carapax, rote Scherenunterseiten.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch und territorial; verteidigt Wohnhöhlen aggressiv gegen Artgenossen und andere Arten.
Ernährung
Omnivorer Allesfresser: Ernährt sich von Detritus, Wasserpflanzen, Insektenlarven, Mollusken und kleinen Fischen.
Jagdstrategie
Kombination aus aktivem Sammeln, Abweiden von Aufwuchs und Lauerjagd auf kleine Wirbellose.
Laichsubstrat
Die Eier werden vom Weibchen an den Schwimmbeinen unter dem Hinterleib getragen.
Überwinterung
Reduzierte Aktivität in tieferen, frostfreien Gewässerzonen oder tiefen Wohnhöhlen im Uferbereich.
Ökologie
Ökologische Rolle
Destruent und Prädator; kann durch hohen Fraßdruck Makrophytenbestände zerstören und die Artenvielfalt der Wirbellosen senken.
Natürliche Feinde
Aal, Hecht, Barsch, Fischotter, Bisamratte, Graureiher und Waschbär.
Konkurrenzarten
Edelkrebs (Astacus astacus), Steinkrebs (Austropotamobius torrentium), Galizischer Sumpfkrebs.
Ökosystemleistung
Beseitigung von organischem Material und Aas, jedoch durch invasive Natur ökologisch überwiegend schädlich.
Bedrohungen
In Europa kaum bedroht; Bestände werden durch gezielte Entnahme und Managementmaßnahmen kontrolliert.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Wichtigstes Merkmal ist der weißliche bis türkisfarbene Fleck am Scheren-Gelenk ('Signal'). Die Scherenoberseite ist glatt und ohne Höckerreihen. Im Gegensatz zum Kamberkrebs fehlen Dornen auf den Wangen oder hinter der Nackenfurche. Die Rostrumseiten verlaufen annähernd parallel und enden in einem spitzen Enddorn.
Ernährung
Detritus, Wasserpflanzen, Algen, Makrozoobenthos (Insektenlarven, Mollusken), Amphibienlaich und kleine Fische.
Fortpflanzung
Sexuelle Fortpflanzung; die Paarung erfolgt im Herbst (September bis November). Das Weibchen trägt die befruchteten Eier (Pleopodalanhänge) über den Winter bis zum Schlupf im Mai oder Juni.
Rolle im Nahrungsnetz
Schlüsselart mit starkem Einfluss auf das Ökosystem; reduziert durch Prädation die Dichte anderer Invertebraten und konkurriert mit heimischen Krebsarten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
In Europa keine Bedrohung; er ist selbst eine Bedrohung für die Biodiversität. In seinem natürlichen Areal (Nordamerika): Habitatverlust und Wasserverschmutzung.
Schutzmaßnahmen
In Europa: Managementmaßnahmen zur Ausbreitungsverhinderung, Fangverbote für heimische Arten, Besatzverbote für Signalkrebse, Bau von Krebssperren.