Blaualge (Dolichospermum)
Dolichospermum
Dolichospermum ist eine Gattung fadenförmiger Cyanobakterien, die primär im Süßwasserplankton vorkommt. Die Zellen bilden Ketten und verfügen über spezialisierte Heterozysten zur Fixierung von atmosphärischem Stickstoff sowie Akineten als Dauerstadien. Viele Arten dieser Gattung können Toxine wie Microcystine oder Anatoxine produzieren und bei Massenentwicklungen (Wasserblüten) die Wasserqualität massiv beeinträchtigen.

Details
Sauerstoffproduktion
Sauerstofffreisetzung während der Photosynthese am Tag; hoher Sauerstoffverbrauch durch Atmung und Abbauprozesse nachts.
Habitatfunktion
Dient als Mikrohabitat für Bakterienfilme; bei Massenvorkommen Verdrängung untergetauchter Makrophyten durch Lichtentzug.
Nährstoffaufnahme
Effiziente Aufnahme von gelöstem Phosphat und Fixierung von atmosphärischem Stickstoff.
Nahrungsquelle für
Bestimmte filtrierende Zooplankter und Muscheln, sofern keine hohe Toxizität vorliegt.
Nutzung durch Menschen
Keine direkte Nutzung; von hoher Bedeutung für die Wasserwirtschaft und Badegewässerüberwachung aufgrund von Toxinen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Primärproduzent und Stickstofffixierer; kann bei Massenentwicklung durch Sauerstoffzehrung und Toxinbildung das Ökosystem schädigen.
Natürliche Feinde
Zooplankton (z. B. Daphnien), wobei die Genießbarkeit durch Toxine und Fadenstruktur oft eingeschränkt ist.
Konkurrenzarten
Andere Phytoplankter wie Grünalgen, Kieselalgen und weitere Cyanobakterien (z. B. Microcystis).
Ökosystemleistung
Beitrag zur Stickstofffixierung in nährstoffarmen Phasen; Basis der Nahrungskette (eingeschränkt).
Bedrohungen
Bekämpfung durch Herbizide oder Flockungsmittel in betroffenen Gewässern; Nährstoffrückhaltemaßnahmen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besitz von Heterozyten zur Stickstofffixierung und Akineten (Dauerzellen); planktische Lebensweise durch Gasvesikel; Abgrenzung zur Gattung Anabaena durch die planktische (statt benthische) Lebensweise.
Fortpflanzung
Asexuell durch Fragmentation der Trichome (Hormogonienbildung) und Keimung von Akineten (Dauerzellen).
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Nicht gefährdet; profitiert von Eutrophierung und Klimawandel (steigende Wassertemperaturen).
Schutzmaßnahmen
Keine Schutzmaßnahmen erforderlich; Management zielt auf Nährstoffreduktion (Phosphat-Eliminierung) zur Vermeidung von Massenentwicklungen ab.