Säbel-Dornschrecke
Tetrix subulata
Die Säbel-Dornschrecke ist eine kleine Heuschreckenart, deren Halsschild (Pronotum) nach hinten in einen langen, säbelförmigen Fortsatz ausläuft. Dieser Fortsatz überragt in der Regel die Hinterknie deutlich und schützt die darunter liegenden, voll entwickelten Hinterflügel. Die Färbung ist extrem variabel und reicht von hellbraun über grau bis fast schwarz, oft mit dunklen Fleckenmustern.

Details
Erkennungsmerkmale
Langes Pronotum (Halsschild), das weit über das Hinterleibsende reicht; voll entwickelte Hinterflügel; schlanker Körperbau; Scheitel breiter als ein Auge.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt aber bei optimalen Bedingungen in hohen Individuendichten auf.
Ernährung
Ernährt sich von Algen, Moosen, Flechten und organischem Detritus auf dem Boden.
Laichsubstrat
Eier werden in feuchten Boden oder zwischen Moos abgelegt.
Überwinterung
Überwintert meist als Imago oder als Larve in Moospolstern, Bodenritzen oder unter Vegetation.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Konsument von Algen- und Moosaufwuchs in feuchten Pionierökosystemen.
Natürliche Feinde
Vögel, Amphibien (z.B. Frösche), Spinnen und räuberische Laufkäfer.
Konkurrenzarten
Andere Dornschrecken-Arten wie Tetrix tenuicornis oder Tetrix undulata.
Ökosystemleistung
Unterstützung des Nährstoffkreislaufs durch den Abbau von Detritus und Algen.
Bedrohungen
Verlust von Feuchtgebieten durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft und die Verbauung natürlicher Flussufer.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist der lange Halsschildfortsatz (Pronotum), der meist deutlich über die Hinterkniee hinausragt. Die Hinterflügel sind voll entwickelt und überragen das Pronotum oft leicht. Die Oberkante des Halsschildes ist im Profil fast gerade oder nur sehr schwach gewölbt (Namensgebung 'subulata' = pfriemförmig).
Lebensraum
Hygrophile Art, die feuchte bis nasse Standorte bevorzugt: Uferzonen von stehenden und fließenden Gewässern, Moore, Feuchtwiesen, Gräben und temporär überschwemmte Flächen. Wichtig sind offene Bodenstellen (Schlamm, Sand).
Ernährung
Herbivor und detritivor; ernährt sich hauptsächlich von Algen (Kieselalgen, Grünalgen), Moosen, Flechten und organischem Detritus auf dem Boden.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument und Zersetzer von Mikroflora; dient als Beute für Amphibien (z.B. Unken), Vögel und räuberische Wirbellose in Feuchtgebieten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, Intensivierung der Landwirtschaft, Verbauung von Uferstreifen und der Verlust von Pionierstandorten durch Sukzession (Verbuschung).
Bestandstrend
In Mitteleuropa weit verbreitet und meist stabil, jedoch lokal durch Lebensraumverlust gefährdet.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Renaturierung von Feuchtgebieten, Förderung der Auendynamik, Schaffung und Offenhaltung von Pionierstandorten an Gewässern.