Schenkel-Ahlenläufer
Bembidion tibiale
Der Schenkel-Ahlenläufer ist ein kleiner, flach gebauter Laufkäfer aus der Gattung Bembidion. Er besiedelt bevorzugt die vegetationslosen Schotter- und Kiesbänke von Gebirgs- und Mittelgebirgsbächen in der montanen bis subalpinen Stufe. Die Art ist durch ihre dunkle, metallisch glänzende Färbung und die Anpassung an das Leben in lückigen Sedimentschichten gekennzeichnet. Er gilt als wichtiger Indikator für die Naturnähe und Dynamik von Fließgewässersystemen.

Details
Erkennungsmerkmale
Flügeldecken dunkel erzfarben bis schwärzlich, Halsschild herzförmig, Beine meist dunkel mit rötlichen Anteilen an den Schienen.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch bei geeigneten Habitaten in hohen Dichten auf.
Ernährung
Räuberisch; frisst kleine Wirbellose, Milben, Springschwänze und Insektenlarven.
Jagdstrategie
Aktiver Sichtjäger auf sonnenexponierten Kiesflächen und in Spalten.
Laichsubstrat
Feuchter Sand oder Schlamm unter Steinen.
Überwinterung
Überwinterung als Imago in tieferen Sedimentschichten oder Uferböschungen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator im terrestrisch-aquatischen Übergangsbereich (Ekotone).
Natürliche Feinde
Uferbewohnende Vögel (z. B. Wasseramsel, Bachstelze), größere Laufkäfer, Wolfsspinnen.
Konkurrenzarten
Andere Arten der Gattung Bembidion (z. B. Bembidion decorum).
Ökosystemleistung
Regulierung von Kleininsektenpopulationen in Uferökosystemen.
Bedrohungen
Flussbegradigung, Uferverbauung, Staudammbau und die damit verbundene Kolmatierung (Verschlammung) der Kieslücken.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Bembidion tibiale gehört zur Untergattung Daniela. Der Halsschild ist herzförmig, an der Basis deutlich schmaler als am Vorderrand, mit rechtwinkligen Hinterecken. Die Flügeldecken (Elytren) weisen tiefe, deutlich punktierte Streifen auf, die bis zur Spitze (Apex) gut erkennbar bleiben. Die Kombination aus Beinfärbung und Halsschildform ist diagnostisch.
Lebensraum
Stenöker Bewohner von Gebirgs- und Mittelgebirgsbächen (ripicol). Die Art besiedelt bevorzugt vegetationsfreie oder spärlich bewachsene, grobe Kies-, Schotter- und Geröllufer in der montanen bis subalpinen Stufe. Sie ist eng an die Spritzwasserzone und dynamische Uferbereiche gebunden.