Intestinale Enterokokken
Enterococcus spp.
Intestinale Enterokokken sind eine Gruppe von grampositiven, kokkenförmigen Bakterien, die primär im Darm von Menschen und warmblütigen Tieren vorkommen. In der aquatischen Ökologie werden sie als mikrobiologische Indikatoren genutzt, um die hygienische Qualität von Badegewässern und Trinkwasser zu bewerten. Sie sind robuster gegenüber Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung oder hohem Salzgehalt als Escherichia coli. Ihre Anwesenheit in der Umwelt deutet auf eine fäkale Kontamination und das damit verbundene Risiko pathogener Mikroorganismen hin.
Details
Erkennungsmerkmale
Grampositive Kokken, meist paarweise oder in kurzen Ketten angeordnet; Katalase-negativ; Wachstum bei 44,5 °C und in Medien mit 6,5 % NaCl möglich.
Sozialverhalten
Fähigkeit zur Biofilmbildung an Oberflächen; existieren als Einzelzellen oder Kolonien.
Ernährung
Chemoorganotroph; Energiegewinnung durch Fermentation von Kohlenhydraten zu Milchsäure.
Überwinterung
Persistenz in aquatischen Sedimenten oder als Teil der Darmflora von Wirbeltieren.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestandteil des Mikrobioms im Darm; in Gewässern dienen sie als Indikator für anthropogene Einflüsse.
Natürliche Feinde
Bakteriophage Viren und bakterivore Protozoen (z. B. Flagellaten und Ciliaten).
Konkurrenzarten
Andere Darmbakterien wie Escherichia coli, Bacteroides-Arten und Laktobazillen.
Ökosystemleistung
Beitrag zum Abbau organischer Substanz und Nährstoffrecycling im Darm und Sediment.
Bedrohungen
Desinfektionsmittel (Chlor), starke UV-Strahlung und Antibiotika.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Primär der Gastrointestinaltrakt von Warmblütern; sekundär in Boden, Oberflächenwasser und auf Pflanzen nach fäkaler Einleitung.
Ökologische Rolle
Wichtige Kommensalen der Darmflora; dienen ökologisch als Schlüsselindikatoren für fäkale Verunreinigungen und anthropogene Einflüsse in Ökosystemen.