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Fisch

Rotfeder

Scardinius erythrophthalmus

RL LC🔬 Zeigerart

Die Rotfeder ist ein geselliger Süßwasserfisch, der bevorzugt in stehenden oder langsam fließenden Gewässern mit dichtem Pflanzenwuchs lebt. Sie zeichnet sich durch ihren hochrückigen Körper, die goldglänzenden Schuppen und die namensgebenden tiefroten Flossen aus. Ein wichtiges Merkmal ist das oberständige Maul, welches die Spezialisierung auf Nahrungssuche an der Wasseroberfläche verdeutlicht. In ihrem Ökosystem spielt sie eine wichtige Rolle als Konsument von Wasserpflanzen und als Beutetier für größere Raubfische.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Oberständiges Maul, Rückenflossenansatz deutlich hinter dem Bauchflossenansatz, Bauchkante zwischen Bauch- und Afterflosse gekielt und beschuppt.

🐠

Sozialverhalten

Schwarmfisch, der besonders in der Jugendphase große Gruppen in der Ufervegetation bildet.

🍽️

Ernährung

Allesfresser mit einem für Karpfenartige ungewöhnlich hohen Anteil an Wasserpflanzen und Algen; frisst auch Anflugnahrung, Insektenlarven und Plankton.

🎯

Jagdstrategie

Aktive Nahrungssuche in der Vegetationszone und Absuchen der Wasseroberfläche nach Insekten.

🥚

Laichsubstrat

Phytophil; legt Eier an Wasserpflanzen wie Schilf, Laichkräutern oder Tausendblatt ab.

❄️

Überwinterung

Zieht sich in tiefere, strömungsarme Wasserschichten zurück und reduziert die Stoffwechselrate.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Primärkonsument von Makrophyten und bedeutende Beutebasis für Raubfische wie Hecht und Barsch.

🦅

Natürliche Feinde

Hecht, Flussbarsch, Zander, Fischreiher, Kormoran und Fischotter.

⚔️

Konkurrenzarten

Rotauge (Plötze), Brachse, Ukelei.

🌟

Ökosystemleistung

Regulierung des Makrophytenwuchses und Teil der Nahrungskette für wirtschaftlich relevante Raubfischarten.

⚠️

Bedrohungen

Zerstörung von Schilfgürteln, Uferverbauung, übermäßige Entkrautung von Gewässern und starke Eutrophierung.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Karpfenfische (Cyprinidae)
Körperlänge
15 – 50 cm
Maximalgröße
51
Gewicht
0.1 – 2.5 kg
Maximalgewicht
3
Lebenserwartung
10 – 19 years
Körperform
Hochrückig und seitlich stark abgeflacht; der Körper ist gedrungener als beim Rotauge (Rutilus rutilus).
Schuppenformel
37-45 (LL)
Flossenformel
D III/8-9, A III/10-12, P I/15, V II/8

Färbung

Rücken olivgrün bis bräunlich; Flanken messingfarben bis goldglänzend; Bauchseite silbrig-weiß. Die Flossen (insbesondere Bauch-, After- und Schwanzflosse) sind leuchtend rot gefärbt.

Erkennungsmerkmale

Oberständiges Maul (nach oben gerichtet); Rückenflossenansatz deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen; Bauchkante zwischen Bauchflossen und Afterflosse ist gekielt und mit Schuppen bedeckt (im Gegensatz zum Rotauge).

Verwechslungsarten

Rotauge (Rutilus rutilus) - unterscheidet sich durch endständiges Maul und Augenfarbe (Rotauge hat oft roten Fleck in der Iris); Aland (Leuciscus idus).

Geschlechtsdimorphismus

Männchen entwickeln während der Laichzeit einen feinkörnigen Laichausschlag am Kopf und am vorderen Rücken.

Habitat & Lebensraum

Tiefenbereich
0.5 – 5 m
Temperaturbereich
4 – 28 °C
pH-Bereich
6.5 – 8.5 pH

Fischregion

Brachsenregion (Bleiregion)

Bevorzugte Zone

Litoralzone (Uferzone) stehender oder sehr langsam fließender Gewässer mit dichtem Pflanzenwuchs.

Strömungspräferenz

Limnophil (bevorzugt stehende Gewässer)

Substratpräferenz

Schlammiger bis sandiger Grund mit ausgeprägter Makrophytenvegetation.

Sauerstoffbedarf

Mäßig; tolerant gegenüber zeitweiligem Sauerstoffmangel, häufig in eutrophen Gewässern zu finden.

Migration

Migrationstyp
Potamodrom (Süßwasser-Wanderer)
Wanderdistanz
0.5 – 10 km

Wanderverhalten

Kurzdistanzwanderungen zwischen Sommerhabitaten (flache, bewachsene Ufer) und Winterquartieren (tiefere Wasserzonen).

Fortpflanzung

LaichzeitApr – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Laichtemperatur
15 – 22 °C
Eizahl
80000 – 200000 eggs per female
Eigröße
1 – 1.7 mm
Brutdauer (Tage)
3 – 10 days
Geschlechtsreife (Jahre)
2 – 4 years

Laichsubstrat

Phytophil; Eier werden an Wasserpflanzen (z.B. Myriophyllum, Potamogeton) abgelegt.

Larvalphase

Nach dem Schlüpfen heften sich die Larven mittels Klebedrüsen an Wasserpflanzen, bis der Dottersack aufgezehrt ist.

Brutpflege

Keine; die Eier werden sich selbst überlassen.

Ernährung

Aktivität
Tagaktiv

Ernährungstyp

Omnivor mit starkem Hang zur Herbivorie (einer der wenigen primär pflanzenfressenden Fische Mitteleuropas).

Nahrung Jungfische

Zooplankton (Cladoceren, Copepoden) und kleine Insektenlarven.

Nahrung erwachsen

Wasserpflanzen (Makrophyten wie Wasserpest, Laichkraut), Algen, Anflugnahrung (Insekten), Schnecken und kleine Krebstiere.

Jagdstrategie

Oberflächennahe Nahrungsaufnahme (Anflugnahrung) und Abweiden von Unterwasserpflanzen.

Schwarmverhalten

Gesellig; bildet insbesondere in der Jugendphase große Schwärme.

Ökologische Bedeutung

Saprobie-Wert
2.2

Rolle im Nahrungsnetz

Wichtiger Konsument von Primärproduzenten (Makrophyten) und Beutefisch für Raubfische wie Hecht und Zander.

Natürliche Feinde

Hecht (Esox lucius), Flussbarsch (Perca fluviatilis), Zander (Sander lucioperca), Kormoran, Graureiher.

Konkurrenten

Rotauge (Rutilus rutilus) – Konkurrenz um Lebensraum und Nahrung, wobei die Rotfeder stärker an Vegetation gebunden ist.

Parasiten

Posthodiplostomum cuticola (Schwarzfleckenkrankheit), diverse Bandwürmer (Ligula intestinalis).

Bioindikator-Funktion

Indikator für strukturreiche, pflanzenreiche Stillgewässer; reagiert empfindlich auf den Verlust von Makrophytenbeständen.

Fischerei & Recht

Mindestmaß (cm)
15

Fischereiliche Regelung

In den meisten deutschen Bundesländern gesetzlich geregelt; oft Mindestmaße und Schonzeiten vorhanden.

Schonzeit

Regional unterschiedlich, oft vom 15. März bis 31. Mai.

Wirtschaftliche Nutzung

Geringe wirtschaftliche Bedeutung als Speisefisch (viele Gräten); beliebt als Köderfisch und in der Sportfischerei.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Verlust von Laichhabitaten durch Uferverbauung, Entkrautung von Gewässern, Eutrophierung und damit einhergehender Verlust von Makrophyten.

Bestandstrend

Stabil; weit verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig.

Schutzmaßnahmen

Schutz und Wiederherstellung von Röhrichtzonen und Unterwasservegetation; Verzicht auf chemische oder mechanische Entkrautung.

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