Grauerle
Alnus incana
Die Grauerle ist ein mittelgroßer, schnellwüchsiger Baum mit einer charakteristischen glatten, silbergrauen Rinde, die auch im Alter kaum Risse bildet. Als Pionierbaumart besiedelt sie bevorzugt feuchte Standorte, Schotterflächen und Bachufer, wobei sie dank einer Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien (Frankia) zur Bodenverbesserung beiträgt. Die Blätter sind eiförmig, doppelt gesägt und auf der Unterseite meist grau-filzig behaart.

Details
Habitatfunktion
Ufergehölz, bietet Schutz und Nistplätze für Vögel, Wurzelwerk dient als Versteck für aquatische Organismen.
Nährstoffaufnahme
Hohe Stickstofffixierung durch Wurzelknöllchen-Symbiose; moderater Nährstoffbedarf.
Nahrungsquelle für
Erlenzeisig, Birkenzeisig (Samen); diverse Insektenlarven (Blätter).
Nutzung durch Menschen
Holz für Wasserbau, Modellbau und Drechselarbeiten; Aufforstung von Halden und Erosionsschutz.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierart zur Erstbesiedlung von Rohböden, Stickstoffanreicherung des Bodens, Erosionsschutz an Steilhängen und Ufern.
Natürliche Feinde
Erlenblattkäfer (Agelastica alni), Erlen-Wollaus, verschiedene Pilzerkrankungen wie das Erlensterben (Phytophthora alni).
Konkurrenzarten
Konkurrenz durch schattentolerantere Arten wie Esche oder Buche in späteren Sukzessionsstadien.
Ökosystemleistung
Bodenstabilisierung, Hochwasserschutz durch Uferfestigung, Lebensraum für Vögel (z.B. Erlenzeisig), Stickstofffixierung.
Bedrohungen
Flussverbauung, Verlust von Auengebieten, Ausbreitung des Erlensterbens (Phytophthora).
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust natürlicher Flussdynamik durch Verbauung, Grundwasserabsenkung, Hybridisierung mit Alnus glutinosa und die Ausbreitung von Phytophthora alni.