Wasserfledermaus
Myotis daubentonii
Die Wasserfledermaus ist eine kleine bis mittelgroße Fledermausart, die eng an Gewässer gebunden ist. Sie jagt bevorzugt in geringer Höhe von wenigen Zentimetern über der Wasseroberfläche von Seen und langsam fließenden Flüssen. Mit ihren außergewöhnlich großen Füßen fängt sie Insekten direkt von der Wasseroberfläche oder kurz darüber. Im Sommer bewohnt sie meist Baumhöhlen in gewässernahen Wäldern, während sie den Winter in feuchten unterirdischen Quartieren verbringt.

Details
Erkennungsmerkmale
Große Füße mit langen Borsten, rötlich-braunes Rückenfell, silbrig-graue Unterseite, kurzer und stumpfer Tragus.
Sozialverhalten
Bildet im Sommer Wochenstuben von 20-50 Weibchen; Männchen leben oft solitär oder in kleinen Junggesellengruppen.
Ernährung
Hauptsächlich aquatische Insekten wie Zuckmücken, Köcherfliegen und kleine Nachtfalter.
Jagdstrategie
Trawling-Flug knapp über der Wasseroberfläche; Insekten werden mit den Füßen oder der Flughaut aus dem Wasser gekeschert.
Überwinterung
Winterschlaf in frostfreien, feuchten Höhlen, Kellern oder Stollen bei Temperaturen zwischen 3 und 8 Grad Celsius.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Prädator von Insekten an Gewässern; trägt zur Regulation von Mückenpopulationen bei.
Natürliche Feinde
Eulen (z. B. Waldkauz), Hauskatzen, Marder und gelegentlich Greifvögel.
Konkurrenzarten
Teichfledermaus (Myotis dasycneme), Fransenfledermaus (Myotis nattereri).
Ökosystemleistung
Biologische Schädlingsbekämpfung durch den Verzehr großer Mengen an Mücken und anderen Insekten.
Bedrohungen
Verlust von Baumhöhlen durch Forstwirtschaft, Quartierverlust bei Gebäudesanierungen, Pestizideinsatz und Lichtverschmutzung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Besonders auffällig sind die überproportional großen Füße (länger als die halbe Schienbeinlänge) mit kräftigen Borsten, die zum Fangen von Insekten von der Wasseroberfläche dienen. Der Tragus ist kurz und stumpf, etwa halb so lang wie das Ohr.
Lebensraum
Stark an Gewässer gebunden (Seen, Teiche, langsam fließende Flüsse). Jagt bevorzugt über offenen Wasserflächen. Wochenstuben befinden sich meist in baumhöhlenreichen Laub- und Mischwäldern in Gewässernähe.
Ernährung
Insekten, primär Zuckmücken (Chironomidae), Köcherfliegen und andere wassergebundene Dipteren. Gelegentlich kleine Fische oder Wasserläufer.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Quartieren durch Sanierung von Brücken und Gebäuden, Holzeinschlag (Verlust von Höhlenbäumen), Gewässerverschmutzung und Insektizideinsatz.
Bestandstrend
Stabil bis leicht zunehmend in Mitteleuropa; eine der häufigsten Myotis-Arten.
Schutzmaßnahmen
Schutz von Altholzbeständen, Erhalt von ufernahen Höhlenbäumen, fledermausfreundliche Brückensanierung, Verzicht auf Pestizide in Gewässernähe.