Frühlings-Pelzbiene
Anthophora plumipes
Die Frühlings-Pelzbiene ist eine der am frühesten im Jahr fliegenden Wildbienenarten und ähnelt optisch einer kleinen Hummel. Sie zeichnet sich durch einen dichten Pelz und einen sehr langen Rüssel aus, der es ihr ermöglicht, Nektar aus tiefen Blütenkelchen wie denen des Lungenkrauts zu saugen. Die Männchen besitzen auffällige lange Fransen an den Mitteltarsen und eine helle Gesichtsmaske, während die Weibchen meist schwarz behaart sind. Die Art nistet solitär in Steilwänden oder altem Mauerwerk und ist ein wichtiger Bestäuber im zeitigen Frühjahr.

Details
Erkennungsmerkmale
Hummelartiger Körperbau, extrem langer Rüssel, Männchen mit auffällig behaarten Mitteltarsen und weißlich-gelber Gesichtszeichnung.
Sozialverhalten
Solitär lebend, bildet jedoch oft große Nistaggregationen an geeigneten Standorten.
Ernährung
Polylektische Art; sammelt Pollen und Nektar an einer Vielzahl von Pflanzen, besonders an Lungenkraut, Taubnesseln, Lerchensporn und Beinstapel.
Laichsubstrat
Steilwände aus Lehm oder Löss, Abbruchkanten, aber auch weicher Mörtel in alten Mauern.
Überwinterung
Überwinterung als fertiges Insekt (Imago) in der versiegelten Brutzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für früh blühende Wildpflanzen und Obstgehölze.
Natürliche Feinde
Vögel (z.B. Meisen), Raubfliegen und die Kuckucksbiene Melecta albifrons (Gemeine Trauerbiene).
Konkurrenzarten
Andere frühfliegende Bienenarten wie Hummelköniginnen oder die Gehörnte Mauerbiene.
Ökosystemleistung
Bestäubungsleistung in Gärten, Parks und der Agrarlandschaft im zeitigen Frühjahr.
Bedrohungen
Verlust von Nistmöglichkeiten durch Sanierung alter Mauern und Versiegelung von Bodenflächen sowie Nahrungsmangel durch sterile Gärten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Langer Rüssel (ca. 12 mm), sehr schneller, schwebfliegenartiger Flug mit hohem Summton. Männchen mit extrem verlängerten und lang behaarten Mitteltarsen (Namensgebung: plumipes = Federfuß).
Lebensraum
Siedlungsbereiche (Gärten, Parks), Waldränder, Streuobstwiesen und Flussufer mit Steilwänden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Sanierung alter Mauern (Verlust von Nistplätzen), Versiegelung von Steilwänden, Mangel an frühblühenden Nahrungspflanzen in der Agrarlandschaft.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt in Deutschland als häufig und profitiert teilweise von der Klimaerwärmung (Arealerweiterung nach Norden).
Schutzmaßnahmen
Erhalt von unverputzten Lehm- und Trockenmauern, Förderung von Frühblühern (insb. Lungenkraut), Bereitstellung von Nisthilfen aus Lehm.