Sumpf-Ziest
Stachys palustris
Der Sumpf-Ziest ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 100 cm erreicht. Er zeichnet sich durch seinen vierkantigen, hohlen Stängel und die gegenständig angeordneten, lanzettlichen Blätter aus. Die purpurrosa Blüten erscheinen von Juni bis September in scheinquirligen Blütenständen am Ende des Stängels. Die Pflanze breitet sich intensiv über unterirdische, kriechende Rhizome aus, die am Ende knollig verdickt sein können.

Details
Sauerstoffproduktion
Geringe Bedeutung im Vergleich zu submersen Pflanzen; trägt primär durch Wurzelatmung zur Bodenbelüftung bei.
Habitatfunktion
Bietet Deckung für Amphibien und kleine Wirbellose; dient als Larvalhabitat für spezialisierte Insekten.
Nährstoffaufnahme
Hohe Kapazität zur Aufnahme von Stickstoff und Phosphat aus wassergesättigten Böden.
Nahrungsquelle für
Wichtige Trachtpflanze für Hummeln, Bienen (z. B. Anthidium-Arten) und Schwebfliegen.
Nutzung durch Menschen
Ehemals als Heilpflanze zur Wundheilung genutzt; die stärkereichen Rhizomknollen sind gekocht essbar.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierpflanze an Uferstandorten, trägt zur Festigung des Bodens bei und dient als wichtige Nektarquelle.
Natürliche Feinde
Verschiedene Insektenlarven und Käfer (z. B. Blattkäfer), die an den Blättern fressen.
Konkurrenzarten
Andere Hochstauden der Feuchtwiesen wie das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) oder Rohrglanzgras (Phalaris arundinacea).
Ökosystemleistung
Uferstabilisierung, Reduktion von Nährstoffeinträgen in Gewässer (Phytoremediation), Bereitstellung von Nahrung für Bestäuber.
Bedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, intensive Landwirtschaft, Uferverbauung und Verlust von natürlichen Überschwemmungsgebieten.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generativ über Samen (Klausenfrüchte) und vegetativ über unterirdische Ausläufer (Rhizome), die am Ende knollig verdickt sind und der Ausbreitung sowie Speicherung dienen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Entwässerung von Feuchtgebieten, intensive landwirtschaftliche Nutzung von Uferrandstreifen und die Begradigung von Fließgewässern.