Schornsteinfeger
Aphantopus hyperantus
Der Schornsteinfeger ist ein weit verbreiteter Tagfalter, der vor allem durch seine samtig dunkelbraune Färbung und die charakteristischen Augenflecken auf den Flügelunterseiten auffällt. Er besiedelt bevorzugt feuchte Wiesen, Waldränder, Hecken und Brombeergebüsche. Die Art fliegt in einer Generation von Juni bis August und ist auch bei trübem Wetter aktiv. Seine Raupen ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern, was ihn zu einem typischen Bewohner von Saumbiotopen macht.

Details
Erkennungsmerkmale
Flügeloberseite dunkelbraun mit hell umrandeten Augenflecken; Unterseite mit markanten gelb umrandeten Ringen (Augenflecken); Flügelränder weißlich gefranst.
Sozialverhalten
Solitär lebend; Männchen zeigen Patrouillenflüge auf der Suche nach Weibchen.
Ernährung
Falter nutzen Nektar von Brombeeren, Disteln und Skabiosen; Raupen fressen Gräser wie Knäuelgras, Pfeifengras oder Seggen.
Laichsubstrat
Eier werden einzeln im Flug oder sitzend an Grashalme abgegeben oder fallen gelassen.
Überwinterung
Überwinterung als junge Raupe (L1 oder L2) am Grund von Grasbüscheln.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber in Saumbiotopen und Beutetier für Vögel, Spinnen und räuberische Insekten.
Natürliche Feinde
Singvögel, Webspinnen, Raubfliegen, Schlupfwespen (als Parasitoide der Raupen).
Konkurrenzarten
Andere Augenfalter wie das Große Ochsenauge (Maniola jurtina).
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wildpflanzen.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd von Wegrändern, Verlust von feuchten Waldwiesen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Diagnostisch ist die Anordnung der Ocellen auf der Flügelunterseite: meist zwei oder drei am Vorderflügel und fünf am Hinterflügel. Im Gegensatz zu verwandten Arten fehlen orangefarbene Zeichnungselemente vollständig. Die Ocellen können in ihrer Größe variieren (Forma lanceolata).
Lebensraum
Waldränder, Waldlichtungen, Heckenlandschaften, feuchte Wiesen und Hochstaudenfluren. Bevorzugt halbschattige und eher feuchte Standorte mit hohem Graswuchs.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (häufige Mahd), Verlust von Saumstrukturen durch Flurbereinigung, Entwässerung von Feuchtgebieten und Aufgabe der traditionellen Niederwaldwirtschaft.
Bestandstrend
Derzeit stabil; der Schornsteinfeger gehört zu den häufigsten und am weitesten verbreiteten Augenfaltern in Mitteleuropa, zeigt jedoch lokale Rückgänge in intensiv genutzten Agrarlandschaften.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung von gestuften Waldrändern, extensiv genutzten Wiesen (späte Mahd) und breiten Saumbiotopen. Verzicht auf Pestizide in Randstrukturen.