Bakteroideten
Bacteroidota
Bakteroideten (Bacteroidota) stellen einen der wichtigsten Stämme innerhalb der Domäne der Bakterien dar. Sie sind Gram-negativ, stäbchenförmig und zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, komplexe organische Makromoleküle wie Polysaccharide effizient abzubauen. Sie besiedeln vielfältige Habitate, von Böden und Ozeanen bis hin zum Verdauungstrakt von Tieren und Menschen, wo sie eine Schlüsselrolle im Stoffwechsel spielen.

Details
Erkennungsmerkmale
Gram-negative Zellwand, keine Endosporenbildung, oft gleitende Fortbewegung (Gliding motility), spezialisierte Enzyme zum Abbau von Biopolymeren.
Sozialverhalten
Oft in komplexen Biofilmen organisiert; sie kommunizieren über Quorum Sensing und leben in engen symbiotischen oder kommensalen Beziehungen mit Wirten.
Ernährung
Heterotrophe Ernährung; spezialisiert auf den Abbau von komplexen Kohlenhydraten wie Cellulose, Chitin, Pektin und Proteinen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Zentrale Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf durch den Abbau von Biomasse; essentielle Symbionten im Darmtrakt zur Energieausnutzung.
Natürliche Feinde
Bakteriophage Viren, räuberische Protisten (z. B. Amöben) und andere Bakterien (z. B. Bdellovibrio).
Konkurrenzarten
Andere Bakterienstämme wie Firmicutes, Proteobacteria und Actinobacteria im Wettbewerb um Nährstoffe.
Ökosystemleistung
Nährstoffrecycling, Unterstützung der Darmgesundheit, Abbau von Schadstoffen und organischen Abfällen.
Bedrohungen
Antibiotikaeinsatz (bei kommensalen Arten), extreme Umweltverschmutzung, drastische pH-Wert-Änderungen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Ubiquitär verbreitet: Gastrointestinaltrakt von Tieren, Süßwasser, Meerwasser (besonders auf organischen Partikeln), Böden, Sedimente und extreme Standorte wie hydrothermale Quellen.
Ökologische Rolle
Essenzielle Destruenten im Kohlenstoffkreislauf; Primärzersetzer von hochmolekularen organischen Verbindungen. Im Darm unterstützen sie die Aufschlüsselung von Ballaststoffen.