Kleiner Wiesenknopf
Sanguisorba minor
Der Kleine Wiesenknopf ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Rosengewächse, die bevorzugt auf kalkhaltigen Magerwiesen wächst. Er bildet eine grundständige Rosette aus gefiederten Blättern und aufrechte Stängel mit kugeligen Blütenköpfchen. Die Blüten sind eingeschlechtig oder zwittrig, wobei die weiblichen Blüten mit ihren auffälligen roten Narbenpinseln oben im Köpfchen sitzen. Die Pflanze ist ökologisch wertvoll als Futterquelle für Insekten und kulinarisch als Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße bekannt.

Details
Habitatfunktion
Strukturbildner in Halbtrockenrasen und wichtige Nahrungsgrundlage in artenreichen Wiesenbiotopen.
Nährstoffaufnahme
Geringer Nährstoffbedarf; angepasst an nährstoffarme (oligotrophe) Standorte.
Nahrungsquelle für
Raupen des Kleinen Würfel-Dickkopffalters (Spialia sertorius), verschiedene Wildbienenarten und Schwebfliegen.
Nutzung durch Menschen
Verwendung der frischen Blätter als Küchenkraut (Salate, Saucen) und in der Volksheilkunde als Gerbstoffdroge bei Entzündungen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtige Nektar- und Pollenquelle für Wildbienen und Schwebfliegen; exklusive Nahrungspflanze für die Raupen einiger spezialisierter Schmetterlingsarten.
Natürliche Feinde
Weidevieh, diverse Insektenlarven und Schnecken.
Konkurrenzarten
Konkurrenzstarke Gräser und Hochstauden bei zunehmender Eutrophierung des Standorts.
Ökosystemleistung
Bodenstabilisierung an trockenen Hängen, Bereitstellung von Nahrung für Bestäuber, Nutzung als Lebensmittel und Heilpflanze.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (Düngung), Aufgabe der Beweidung (Verbuschung) und Umbruch von Grünland.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Überwiegend generativ durch Samen; eine vegetative Vermehrung über die Verzweigung des Rhizoms ist in geringem Maße möglich.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Eutrophierung durch atmosphärische Stickstoffeinträge, Nutzungsaufgabe (Verbuschung) und Umwandlung von Grünland in Ackerland.