Anis-Sägeblättling
Lentinus suavissimus
Der Anis-Sägeblättling ist ein spezialisierter Holzzersetzer, der durch seinen intensiven Duft nach Anis oder Marzipan auffällt. Seine Fruchtkörper sind meist klein bis mittelgroß, von hellgelber bis ockerfarbener Farbe und besitzen charakteristisch gesägte Lamellenschneiden. Er besiedelt bevorzugt feuchte Standorte wie Auenwälder und wächst dort fast ausschließlich an abgestorbenen Ästen und Stämmen von Weiden.
Details
Erkennungsmerkmale
Intensiver Anisgeruch, gesägte Lamellenschneiden, ocker-gelblicher Hut (2-5 cm), oft exzentrischer Stiel, Vorkommen an Weide (Salix).
Sozialverhalten
Wächst meist gesellig oder in kleinen Büscheln aus dem Holzsubstrat.
Ernährung
Saprobiontischer Holzzersetzer; verursacht Weißfäule durch den Abbau von Lignin und Cellulose.
Laichsubstrat
Totholz von Laubbäumen, insbesondere Salix-Arten (Weiden).
Überwinterung
Überdauerung als Myzel im Inneren des Holzsubstrats.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Zersetzer im Stoffkreislauf von Auenökosystemen, bereitet Holz für andere Organismen auf.
Natürliche Feinde
Pilzfressende Insektenlarven (Diptera), Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere holzzersetzende Pilze wie Neolentinus-Arten oder Porlinge.
Ökosystemleistung
Stoffumwandlung und Humusbildung in Auenwäldern.
Bedrohungen
Zerstörung von Auenwäldern, Flussverbauung, Entfernung von Weichholz-Totholz aus der Landschaft.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Hauptmerkmale sind der starke Anisgeruch, die deutlich gesägten Lamellenschneiden und das spezifische Substrat (vorrangig Weidenholz in feuchten Habitaten). Mikroskopisch sind die schmal-ellipsoiden Sporen (ca. 6-8 x 3-4 µm) kennzeichnend.
Lebensraum
Feuchte bis nasse Standorte, insbesondere Auwälder, Uferzonen von Fließgewässern und Seen, Moore sowie feuchte Gebüsche (Weidengebüsche).
Fortpflanzung
Sexuelle Vermehrung über Basidiosporen; die Sporen werden an viersporigen Basidien auf der Oberfläche der Lamellen gebildet.
Schutz & Bedrohung
Status nicht auf Standardskala
Hauptbedrohungen
Gefährdet durch die Entwässerung von Feuchtgebieten, den Verlust von Auwäldern, Flussbegradigungen und die Beseitigung von Weidengebüschen (Ordnungsliebe in der Landschaftspflege).
Schutzmaßnahmen
Schutz und Renaturierung von Auenlandschaften; Erhalt von Weichholzauen; Belassen von Totholz (insbesondere Weide) an feuchten Standorten.