Schwarzmundgrundel
Neogobius melanostomus
Die Schwarzmundgrundel ist ein euryhaliner Bodenfisch, der ursprünglich aus dem ponto-kaspischen Raum stammt. Sie zeichnet sich durch einen markanten schwarzen Fleck auf der ersten Rückenflosse und zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen aus. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich als invasive Art rasant in den europäischen Flusssystemen und den Großen Seen Nordamerikas ausgebreitet, wo sie heimische Arten verdrängt.

Steckbrief
10cm
25cm
0.05kg
4J.
0m
30m
0°C
30°C
Details
Erkennungsmerkmale
Schwarzer Fleck auf der ersten Rückenflosse, zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen, bulliger Kopf mit großen, hochstehenden Augen.
Sozialverhalten
Hochgradig territorial und aggressiv, insbesondere die Männchen während der Bewachung des Nistplatzes; sie verdrängen aktiv andere benthische Fische.
Ernährung
Opportunistischer Fleischfresser: Ernährt sich von Weichtieren (besonders Dreikantmuscheln), Krebstieren, Insektenlarven, Fischlaich und kleinen Fischen.
Jagdstrategie
Lauerjäger und aktives Absuchen des Gewässergrundes; nutzt die Saugscheibe, um sich in Strömung an Substraten zu fixieren.
Laichsubstrat
Hohlräume unter Steinen, Felsspalten, Muschelschalen oder anthropogene Strukturen wie Abflussrohre.
Überwinterung
Rückzug in tiefere, temperaturstabilere Wasserschichten mit reduzierter Aktivität.
Ökologie
Ökologische Rolle
Verändert benthische Lebensgemeinschaften drastisch; dient als wichtige Beute für Raubfische, konkurriert aber stark mit einheimischen Bodenfischen.
Natürliche Feinde
Zander, Flussbarsch, Hecht, Aal, Kormorane, Graureiher und verschiedene Möwenarten.
Konkurrenzarten
Groppe (Cottus gobio), Bachschmerle, Flunder, Kaulbarsch.
Ökosystemleistung
Trägt lokal zur Dezimierung invasiver Muschelpopulationen bei; dient als Biomassequelle für höhere trophische Ebenen.
Bedrohungen
Keine nennenswerten Bedrohungen; die Art profitiert von anthropogenen Gewässerveränderungen und der Schifffahrt.