Glänzende Binsen-Schnecke
Segmentina nitida
Die Glänzende Binsen-Schnecke, auch Glänzende Tellerschnecke genannt, ist eine kleine Süßwasserschnecke mit einem scheibenförmigen, rotbraunen Gehäuse. Charakteristisch ist der starke Glanz der Schalenoberfläche sowie interne Querlamellen, die durch die meist durchscheinende Schale sichtbar sind. Sie bewohnt bevorzugt dichte Vegetation in Gräben, Teichen und Sümpfen, die eine hohe Wasserqualität und stabile ökologische Bedingungen aufweisen.

Details
Erkennungsmerkmale
Gehäuse scheibenförmig, 4–7 mm Durchmesser, stark glänzend, rotbraun bis hornfarben; 3–6 interne Querlamellen (Zähne) im letzten Umgang sichtbar.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch bei gutem Nahrungsangebot in hohen Dichten auf.
Ernährung
Ernährt sich primär von Periphyton (Aufwuchs), feinem Detritus und weichen Pflanzenteilen.
Laichsubstrat
Unterseiten von Blättern von Wasserpflanzen (z. B. Seerosen, Binsen).
Überwinterung
Überwinterung im Sediment oder an abgestorbenen Pflanzenteilen in frostfreien Tiefen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent in aquatischen Systemen; wandelt organisches Material um und dient als Beute für höhere Trophiestufen.
Natürliche Feinde
Fische, Wasservögel, räuberische Insektenlarven (Libellen, Gelbrandkäfer).
Konkurrenzarten
Andere kleine Tellerschnecken wie Anisus vortex oder Gyraulus albus.
Ökosystemleistung
Unterstützung des Nährstoffkreislaufs durch Abbau von Detritus und Algenkontrolle.
Bedrohungen
Lebensraumverlust durch Entwässerung von Feuchtgebieten, Eutrophierung durch Düngereintrag und intensive Grabenräumung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristische interne Lamellen (Septen), die meist in Dreiergruppen angeordnet sind und wie Radspeichen durch die Schale schimmern. Die Schale besitzt einen scharfen Kiel an der Peripherie. Die Mündung ist herzförmig und durch die Lamellen verengt.
Ernährung
Algen (Periphyton), Detritus und zerfallendes Pflanzenmaterial (z.B. Lemna trisulca).
Fortpflanzung
Zwitter (Hermaphrodit); Eiablage erfolgt in kleinen, gallertartigen Kapseln an der Unterseite von Wasserpflanzen. Sowohl Fremdbefruchtung als auch Selbstbefruchtung (Selfing) sind möglich.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument; wandelt pflanzliche Biomasse und Detritus in tierische Biomasse um und dient als Beute für höhere Trophieebenen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Eutrophierung durch landwirtschaftliche Düngemittel, intensive mechanische Grabenräumung, Entwässerung von Feuchtgebieten und Absenkung des Grundwasserspiegels.
Schutzmaßnahmen
Extensive Grabenpflege (abschnittsweise Räumung im Turnus von mehreren Jahren), Erhalt hoher Wasserstände in Marschen, Schutz von Seggenriedern und Makrophytenbeständen.