Pseudomonas aeruginosa
Pseudomonas aeruginosa
Pseudomonas aeruginosa ist ein gramnegatives, stabförmiges Bakterium, das weltweit in Boden- und Wasserhabitaten vorkommt. Es zeichnet sich durch seine enorme metabolische Vielseitigkeit und die Produktion charakteristischer Pigmente wie Pyocyanin aus. Als opportunistischer Krankheitserreger verursacht es Infektionen bei immungeschwächten Menschen und ist ein bedeutender Krankenhauskeim. Es ist bekannt für seine hohe natürliche Resistenz gegenüber vielen Antibiotika und seine Fähigkeit zur Bildung robuster Biofilme.

Details
Erkennungsmerkmale
Gramnegativ, stäbchenförmig, monotrich begeißelt, Bildung von blaugrünen (Pyocyanin) und gelbgrünen (Pyoverdin) Pigmenten, süßlicher Geruch nach Lindenblüten oder Jasmin.
Sozialverhalten
Kommuniziert über Quorum Sensing, um die Genexpression zu koordinieren und komplexe, schützende Biofilme in Kolonien zu bilden.
Ernährung
Chemoorganotropher Generalist; nutzt eine Vielzahl organischer Verbindungen, einschließlich Kohlenwasserstoffen, als Energiequelle; kann unter anoxischen Bedingungen Nitratatmung betreiben.
Überwinterung
Dauerstadien im Boden oder Wasser; hohe Überlebensfähigkeit unter widrigen Bedingungen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Zersetzer organischer Stoffe; spielt eine Rolle im Stickstoffkreislauf (Denitrifikation) und beim Abbau von Schadstoffen (Bioremediation).
Natürliche Feinde
Bakteriophagen, Protozoen (z.B. Amöben) und räuberische Bakterien wie Bdellovibrio.
Konkurrenzarten
Andere Umweltbakterien wie Spezies der Gattungen Bacillus oder Staphylococcus.
Ökosystemleistung
Abbau von komplexen Kohlenwasserstoffen und Xenobiotika in belasteten Ökosystemen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Ubiquitär in der Umwelt verbreitet; findet sich in Boden, Oberflächengewässern (Süßwasser), Abwasser, marinen Habitaten sowie in feuchten anthropogenen Nischen (Krankenhäuser, Duschen, Kühlsysteme).
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent und Akteur im Stickstoffkreislauf durch Denitrifikation (Reduktion von Nitrat zu molekularem Stickstoff). Zudem bedeutend für die Bioremediation beim Abbau von Kohlenwasserstoffen (z. B. Erdöl).