Brauner Feuerfalter
Lycaena tityrus
Der Braune Feuerfalter ist ein kleiner Tagfalter, der vor allem auf blütenreichen Wiesen, an Waldrändern und in Feuchtwiesen vorkommt. Die Männchen besitzen eine dunkelbraune Flügeloberseite mit schwarzen Punkten, während die Weibchen oft ausgedehnte orangefarbene Zeichnungen aufweisen. Die Art bringt in Mitteleuropa meist zwei bis drei Generationen pro Jahr hervor und überwintert im Raupenstadium.

Details
Erkennungsmerkmale
Männchen oberseits rußig dunkelbraun mit schwarzen Punkten; Weibchen mit orangen Flecken auf den Vorderflügeln; Unterseite beider Geschlechter graugelb mit schwarzen Punkten und einer Reihe oranger Randflecken.
Sozialverhalten
Männchen zeigen territoriales Verhalten und verteidigen Ansitzwarten gegenüber Konkurrenten.
Ernährung
Raupen ernähren sich spezialisiert von Ampfer (z. B. Rumex acetosa); Imagines saugen Nektar an verschiedenen Blüten wie Dost, Thymian oder Baldrian.
Laichsubstrat
Eier werden an den Blättern von Ampfer-Arten (Rumex spp.) abgelegt.
Überwinterung
Überwinterung als Raupe (meist im dritten Larvenstadium).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber und Beutetier für insektenfressende Vögel, Spinnen und räuberische Insekten.
Natürliche Feinde
Vögel, Webspinnen, Schlupfwespen (als Parasitoide der Raupen).
Konkurrenzarten
Andere Feuerfalter-Arten wie Lycaena phlaeas bei ähnlicher Habitatnutzung.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wildpflanzen in Offenlandökosystemen.
Bedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft, zu häufige Mahd, Verbuschung von Magerrasen und Einsatz von Pestiziden.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Die Kombination aus gelblich-grauer Unterseite mit deutlichen schwarzen Punkten und der orangen Randbinde ist charakteristisch. Im Gegensatz zum Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas) fehlt das leuchtende Kupferrot auf der Vorderflügeloberseite der Männchen. Die Hinterflügelunterseite weist keine blauen Flecken auf.
Lebensraum
Offene Landschaften; Magerrasen, Feuchtwiesen, Waldränder, Ruderalflächen, Brachen und extensiv genutzte Wiesen vom Flachland bis in montane Lagen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Intensivierung der Landwirtschaft (häufige Mahd, Düngung), Verlust von Saumstrukturen, Verbuschung von Magerrasen nach Nutzungsaufgabe, großflächiger Einsatz von Pestiziden.
Bestandstrend
In Deutschland insgesamt stabil bis mäßig rückläufig; regional (z. B. in intensiv genutzten Agrarlandschaften) gefährdet.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Förderung extensiver Bewirtschaftungsformen, Schaffung von Verbundstrukturen, Belassen von Altgrasstreifen bei der Mahd, Schutz von Rumex-reichen Standorten.