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Vogel

Stockente

Anas platyrhynchos

RL LC§ Geschützt🔬 Zeigerart🦅 Wanderart

Die Stockente ist eine sehr anpassungsfähige Gründelente, die in fast allen wasserreichen Lebensräumen der nördlichen Hemisphäre vorkommt. Das Männchen ist im Prachtkleid durch seinen metallisch grünen Kopf und den gelben Schnabel unverwechselbar, während das Weibchen eine schlichte braune Tarnfärbung trägt. Sie ist ein Allesfresser und zeigt ein ausgeprägtes Sozialverhalten außerhalb der Brutzeit.

Details

👁️

Erkennungsmerkmale

Männchen mit grünem Kopf, gelbem Schnabel und weißem Halsring; Weibchen braun gemustert; beide Geschlechter mit blauem Flügelspiegel.

🐠

Sozialverhalten

Außerhalb der Brutzeit sehr gesellig in großen Gruppen; die Paarbildung erfolgt meist bereits im Herbst (Saisonehe).

🍽️

Ernährung

Allesfresser; ernährt sich von Pflanzenteilen (Samen, Wasserpflanzen) sowie tierischer Kost (Insekten, Schnecken, Kaulquappen, kleine Fische).

🎯

Jagdstrategie

Gründeln im flachen Wasser, Abweiden von Ufervegetation und gelegentliches Tauchen in geringen Tiefen.

❄️

Überwinterung

Verbleib an eisfreien Gewässern, oft in städtischen Gebieten mit Zufütterung; bei starkem Frost erfolgt ein Ausweichzug in mildere Regionen.

Ökologie

🌍

Ökologische Rolle

Wichtiger Vektor für die Fernverbreitung von Wasserpflanzensamen (Endozoochorie) und Beutetier für diverse Prädatoren.

🦅

Natürliche Feinde

Rotfuchs, Wanderratte (Eier/Küken), Hecht, Seeadler, Habicht, Uhu, Waschbär.

⚔️

Konkurrenzarten

Andere Gründelenten (z.B. Schnatterente), Nilgans (Nistplatzkonkurrenz), Höckerschwan (Territorialverhalten).

🌟

Ökosystemleistung

Samenverbreitung, Nährstofftransport zwischen aquatischen und terrestrischen Habitaten, kultureller Wert (Naturbeobachtung).

⚠️

Bedrohungen

Habitatverlust durch Entwässerung, Bleivergiftung, Prädation durch invasive Arten, Wasserverschmutzung.

Wissenschaftlicher Steckbrief

Morphologie & Identifikation

Familie
Entenvögel
Ordnung
Gänsevögel
Körperlänge
50 – 65 cm
Flügelspannweite
81 – 98 cm
Gewicht
700 – 1570 g
Lebenserwartung
2 – 29 years
Beinfarbe
Leuchtend orange bis rot-orange.

Brutkleid

Erpel mit metallisch grün glänzendem Kopf, weißem Halsring und purpurbrauner Brust; Körperoberseite grau, Unterschwanzdecken schwarz mit aufgerollten Mittelfedern (Erpellocke). Weibchen ganzjährig unauffällig braun gemustert mit dunklem Augenstreif.

Schlichtkleid

Schlichtkleid des Erpels ähnelt dem Weibchen, ist jedoch meist etwas dunkler und rötlicher auf der Brust; der Schnabel bleibt beim Erpel einfarbig mattgelb bis olivgrün.

Jugendkleid

Ähnelt dem Weibchen, jedoch mit feinerer Strichelung auf der Unterseite und oft dunklerem Scheitel; Geschlechter sind im Jugendkleid schwer unterscheidbar.

Geschlechtsdimorphismus

Stark ausgeprägt während der Prachtkleidperiode (Herbst bis Frühsommer); Erpel farbenprächtig, Weibchen tarnfarben braun.

Erkennungsmerkmale

Blauer, weiß eingefasster Flügelspiegel (Speculum) bei beiden Geschlechtern; Erpellocke beim Männchen; orangefarbene Beine.

Verwechslungsarten

Schnatterente (Anas strepera - weißer Spiegel), Löffelente (Spatula clypeata - riesiger Schnabel), Spießente (Anas acuta - längerer Hals, spitzer Schwanz).

Schnabel

Erpel: einfarbig gelb bis olivgrün. Weibchen: orangefarben mit variabler dunkler (schwarz/braun) Fleckung oder Sattelzeichnung.

Stimme

Rufaktivität
Ganzjährig, mit Höhepunkten während der herbstlichen Scheinbalz und der Frühjahrsbrutzeit.

Gesang

Kein echter Gesang; Balzrufe des Erpels klingen wie ein leises, hohes 'phiiu'.

Rufe

Weibchen: lautes, abfallendes 'Quack-quack-quack'. Erpel: gedämpftes, heiseres 'räb-räb'.

Verbreitung & Migration

Zugverhalten
Teilzieher
Ankunft (Monate)Feb – Apr
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Abzug (Monate)Sep – Nov
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D

Brutverbreitung

Holarktisch weit verbreitet; ganz Europa, Nordasien, Nordamerika.

Überwinterungsgebiet

Teils Standvogel, teils Zugvogel; Winterquartiere reichen bis Nordafrika, Mexiko und Südostasien.

Zugverhalten Details

In Mitteleuropa überwiegend Standvogel oder Kurzstreckenzieher; nordöstliche Populationen ziehen nach Südwesten.

Habitat

Reviergröße
Kein klassisches Revier; Verteidigung eines variablen Bereichs um das Weibchen während der Paarungszeit.

Bruthabitat

Nahezu alle Gewässertypen: Seen, Flüsse, Teiche, Sümpfe, Stadtparks; bevorzugt flache Uferzonen mit Deckung.

Nahrungshabitat

Flachwasserzonen, überschwemmte Wiesen, Äcker (Getreidestoppeln), urbane Grünflächen.

Brutbiologie

BrutzeitMär – Jul
J
F
M
A
M
J
J
A
S
O
N
D
Neststandort
Bodenbrüter
Gelegegröße
7 – 16 eggs
Bruten pro Jahr
1 – 2 broods
Brutdauer (Tage)
24 – 30 days
Nestlingszeit (Tage)
50 – 60 days

Nestbau

Flache Mulde am Boden, gut versteckt in Vegetation; ausgekleidet mit Pflanzenmaterial und grauen Daunenfedern. Gelegentlich in Baumhöhlen oder Kopfweiden.

Eier

Einfarbig hellgrünlich, gräulich oder rahmfarben; glatt.

Brutpflege

Alleinige Brut und Führung der Nestflüchter durch das Weibchen.

Ernährung & Verhalten

Aktivität
Tag- und nachtaktiv

Nahrung Brutzeit

Omnivor: Wasserpflanzen, Sämereien, Insektenlarven, Schnecken, Kaulquappen; hoher Proteinanteil für Küken.

Nahrung Winter

Überwiegend pflanzlich: Sämereien, Getreide, Wasserpflanzen, im urbanen Raum oft Brot (unnatürlich).

Nahrungserwerb

Gründeln (Kopf unter Wasser, Bürzel oben), Seihen des Wassers mit Lamellenschnabel, Grasen an Land.

Jagdstrategie

Opportunistischer Allesfresser; sucht Nahrung sowohl im Wasser als auch auf dem Land.

Sozialverhalten

Außerhalb der Brutzeit sehr gesellig; bildet große Trupps an Rast- und Mauserplätzen.

Schwarmverhalten

Ausgeprägtes Schwarmverhalten im Winter und während des Zuges; oft vergesellschaftet mit anderen Entenarten.

Schutz & Bedrohung

IUCN Rote-Liste-StatusNicht gefährdet (LC)
LC
NT
VU
EN
CR
EW
EX

Hauptbedrohungen

Lebensraumverlust durch Entwässerung, Hybridisierung mit Hausenten, Bleivergiftung durch Schrot (lokal), Prädation durch invasive Arten (z.B. Waschbär).

Bestandstrend

Stabil bis leicht abnehmend in einigen Regionen Mitteleuropas, insgesamt jedoch sehr häufig und nicht gefährdet.

Schutzmaßnahmen

Erhalt von Feuchtgebieten, Reduzierung von Bleischrot, Management invasiver Prädatoren, Schutz von Uferrandstreifen.

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