Grauer Faltentintling
Coprinopsis atramentaria
Der Graue Faltentintling ist ein saprobiontischer Pilz, der vor allem auf nährstoffreichen Böden oder vergrabenem Totholz gedeiht. Sein eichelförmiger, graubrauner Hut weist charakteristische Längsfalten auf und öffnet sich später glockig. Eine markante Eigenschaft ist die Selbstauflösung (Autolyse) der Lamellen zu einer schwarzen Sporentinte. In Kombination mit Alkohol ist der Pilz aufgrund des enthaltenen Coprins giftig, da er den Acetaldehyd-Abbau hemmt.

Details
Erkennungsmerkmale
Grauer, radial gefalteter Hut; weiße, später schwarz zerfließende Lamellen; weißer, hohler Stiel; büscheliges Wachstum.
Sozialverhalten
Wächst meist in dichten Büscheln (caespitose), wobei die Myzelien großflächig im Boden vernetzt sind.
Ernährung
Saprobiontisch; gewinnt Nährstoffe durch den Abbau von totem organischem Material, insbesondere Holzresten.
Überwinterung
Überwintert als Myzel im Substrat (Boden oder Holz).
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent im Ökosystem, der komplexes organisches Material in anorganische Nährstoffe umwandelt.
Natürliche Feinde
Pilzfressende Insektenlarven (z.B. Pilzmücken), Schnecken.
Konkurrenzarten
Andere saprobiontische Pilze wie Mürblinge oder andere Tintlingsarten.
Ökosystemleistung
Stoffkreislauf-Regulierung und Humusbildung durch Zersetzung organischer Substanz.
Bedrohungen
Intensive Bodenbearbeitung und weiträumige Versiegelung von Grünflächen.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Glockiger, faltig-gefurchter Hut; Lamellen werden schwarz und zerfließen bei Reife; Giftig in Verbindung mit Alkohol durch das enthaltene Coprin (Coprinus-Syndrom).
Lebensraum
Anthropogene Standorte wie Parks, Gärten, Wegränder, aber auch Gebüsche und Kahlschläge; bevorzugt stickstoffreiche Böden.
Fortpflanzung
Sexuell über Basidiosporen, die an den Lamellen gebildet werden.