Gemeine Schlingalge
Chara vulgaris
Die Gemeine Schlingalge ist eine mehrzellige Grünalge aus der Familie der Armleuchteralgen (Characeae). Sie besiedelt bevorzugt flache, kalkreiche und mäßig nährstoffreiche Stillgewässer, Gräben und temporäre Tümpel. Die Pflanze zeichnet sich durch einen starren, oft grau-grünen Habitus aus, der durch Kalkablagerungen eine raue Textur erhält. Sie bildet dichte Teppiche am Gewässergrund und trägt maßgeblich zur Wasserklärung bei.

Details
Sauerstoffproduktion
Hoch; trägt signifikant zur Sauerstoffsättigung des Wasserkörpers während der Photosynthese bei.
Habitatfunktion
Wichtiger Laichplatz für Fische und Rückzugsraum für Zooplankton und benthische Invertebraten.
Nährstoffaufnahme
Sehr effiziente Aufnahme von Phosphaten und Stickstoffverbindungen direkt aus dem Wasser.
Nahrungsquelle für
Nahrungsquelle für verschiedene Wasservögel (z.B. Kolbenente) und herbivore Fische.
Nutzung durch Menschen
Früher teilweise als Düngemittel (Kalkquelle) in der Landwirtschaft genutzt; heute gelegentlich in der Aquaristik oder Gartenteichpflege.
Ökologie
Ökologische Rolle
Pionierbesiedler, Stabilisierung von Sedimenten, Nährstoffbindung und Förderung der Wasserklarheit durch Konkurrenz mit Phytoplankton.
Natürliche Feinde
Wasservögel, pflanzenfressende Fische (z.B. Rotfedern) und verschiedene Insektenlarven.
Konkurrenzarten
Andere Makrophyten wie Laichkrautgewächse und fädige Grünalgen bei hohem Nährstoffeintrag.
Ökosystemleistung
Wasserreinigung durch Nährstoffaufnahme, Kohlenstoffspeicherung, Bereitstellung von Lebensraum für Mikrofauna.
Bedrohungen
Eutrophierung durch Düngemitteleintrag, Herbizide, mechanische Störung von Uferbereichen und Trübung des Wassers.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Fortpflanzung
Generativ durch Oosporen, die als Dauerstadien im Sediment überdauern. Vegetativ durch Sprossfragmentierung oder durch die Bildung von Knöllchen (Bulbillen) an den Rhizoiden.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Starke Eutrophierung (Algenblüten), Herbizideinträge aus der Landwirtschaft, mechanische Zerstörung durch Baggerungen und Trübung des Wassers.