Gelbgefleckte Maskenbiene
Hylaeus signatus
Die Gelbgefleckte Maskenbiene ist eine kleine, überwiegend schwarz gefärbte Wildbiene mit charakteristischen gelben Zeichnungen im Gesicht. Sie gehört zu den Urbienen und transportiert Pollen im Kropf statt an den Beinen. Die Art ist streng an Reseda-Gewächse gebunden und besiedelt bevorzugt sonnige, trockene Standorte wie Ruderalflächen, Brachen und Gärten.

Details
Erkennungsmerkmale
Schwarzer Körper, gelbe Gesichtsmaske, gelbe Flecken am Pronotum und den Flügelschuppen (Calli), Labrum schwarz.
Sozialverhalten
Solitäre Lebensweise; die Weibchen legen ihre Nester ohne Hilfe von Artgenossen an.
Ernährung
Oligolektisch auf die Gattung Reseda (Wau) spezialisiert, insbesondere Reseda lutea (Gelber Wau) und Reseda luteola (Färber-Wau).
Laichsubstrat
Nistet in vorhandenen Hohlräumen wie markhaltigen Stängeln, Trockenmauern, Löchern in Holz oder Steilwänden.
Überwinterung
Überwinterung als Ruhelarve im Kokon innerhalb der Brutzelle.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber für spezialisierte Pflanzenarten der Gattung Reseda.
Natürliche Feinde
Kuckuckswespen (z.B. Gasteruption-Arten), Spinnen und insektenfressende Vögel.
Konkurrenzarten
Andere Wildbienenarten, die Reseda-Pollen nutzen, wie z.B. manche Furchenbienen.
Ökosystemleistung
Bestäubung von Wildpflanzen zur Erhaltung der Biodiversität in Offenlandhabitaten.
Bedrohungen
Verlust von Ruderalflächen durch Bebauung oder intensive Pflege, Rückgang der Nahrungspflanzen durch Herbizideinsatz.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Relativ große Hylaeus-Art. Das Propodeum ist charakteristisch grob gerunzelt. Die Art ist streng oligolektisch auf Reseda spezialisiert. Die Weibchen besitzen auffällige gelbe Flecken auf dem Pronotum, die bei ähnlichen Arten oft fehlen oder anders geformt sind.
Lebensraum
Wärmebegünstigte Standorte mit Vorkommen der Wirtspflanzen: Steinbrüche, Kiesgruben, Ruderalflächen, Bahndämme, Weinberge, Trockenrasen und naturnahe Gärten.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Ruderalflächen durch Versiegelung oder Sukzession; Rückgang der Wirtspflanzen durch zu häufige Mahd oder Herbizideinsatz in der Landwirtschaft und im Siedlungsraum.
Bestandstrend
In Deutschland regional unterschiedlich; oft auf der Vorwarnliste (V) oder als gefährdet (3) eingestuft, da spezialisierte Habitate seltener werden.
Schutzmaßnahmen
Schutz und Förderung von Reseda-Beständen; Erhalt von Brachflächen und Ruderalstandorten; Bereitstellung von Niststrukturen wie Totholz und Brombeerranken.