Langdorn-Wasserfloh
Daphnia longispina
Daphnia longispina ist ein kleiner, fast durchsichtiger Wasserfloh, der vor allem im Pelagial von stehenden Gewässern vorkommt. Er zeichnet sich durch einen auffällig langen Schalenstachel am Hinterende aus, der vermutlich der Stabilisierung und dem Schutz vor Fressfeinden dient. Die Art ist ein zentraler Primärkonsument, der Algen und Bakterien aus dem Wasser filtert und selbst eine wichtige Beute für Fische darstellt.

Details
Erkennungsmerkmale
Langer Hinterleibsstachel (Spina), großer Kopf mit spitzem Rostrum, sehr großes Komplexauge, transparenter Carapax.
Sozialverhalten
Bildet oft dichte Ansammlungen (Schwärme) im freien Wasser.
Ernährung
Filterfeeder, der sich von einzelligen Algen, Bakterien und organischem Detritus ernährt.
Jagdstrategie
Erzeugt mit den behaarten Beinen einen Wasserstrom, um Partikel aus der Wassersäule zu sieben.
Laichsubstrat
Brutraum unter dem Carapax; Dauereier werden auf das Sediment abgegeben.
Überwinterung
Überwintert meist in Form von Dauereiern (Ephippien) im Sediment, kann aber in tiefen Seen auch aktiv überwintern.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiges Bindeglied zwischen Phytoplankton und höheren Konsumenten wie Fischen; trägt zur Gewässerreinigung bei.
Natürliche Feinde
Planktivore Fische (z.B. Ukelei), Libellenlarven, Rückenschwimmer, räuberisches Zooplankton wie Leptodora kindtii.
Konkurrenzarten
Andere Daphnien-Arten (z.B. Daphnia pulex, Daphnia magna) und Hüpferlinge (Cyclops).
Ökosystemleistung
Regulierung des Algenwachstums (Top-down-Kontrolle), was die Sichttiefe und Wasserqualität erhöht.
Bedrohungen
Eutrophierung, Pestizidbelastung, Klimawandel und invasive Arten wie die räuberische Wasserfloh-Art Cercopagis pengoi.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Lange Spina; Kopf ohne Kiel; kein Ocellus (Punktauge) vorhanden; Postabdomen mit 9-14 Analzähnen; Endkrallen ohne Kamm (Pecten) an der Basis; gehört zum Daphnia longispina-Artenkomplex.
Fortpflanzung
Zyklische Parthenogenese; ungeschlechtliche Vermehrung unter günstigen Bedingungen; bei Umweltstress (Nahrungsmangel, Photoperiode) Produktion von Männchen und haploiden Eiern zur geschlechtlichen Fortpflanzung.