acI-Linie Actinobakterien
acI lineage (Actinobacteria)
Die acI-Linie umfasst eine Gruppe von extrem kleinen, weit verbreiteten Süßwasser-Bakterien, die oft bis zu 50 % der gesamten Bakteriengemeinschaft in Seen ausmachen. Sie zeichnen sich durch ein sehr kleines Genom und ein geringes Zellvolumen aus, was sie als Ultramikrobakterien klassifiziert. Diese Bakterien spielen eine zentrale Rolle im Kohlenstoffkreislauf von Binnengewässern weltweit.
Details
Erkennungsmerkmale
Extrem kleine, stäbchenförmige Zellen (Ultramikrobakterien); Identifizierung erfolgt primär über 16S rRNA-Gensequenzierung oder FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung).
Sozialverhalten
Freilebend im Pelagial (Plankton), bilden keine Kolonien.
Ernährung
Photoheterotroph; sie nutzen Lichtenergie mittels Actinorhodopsin und nehmen bevorzugt niedermolekulare organische Verbindungen wie Kohlenhydrate und Aminosäuren auf.
Überwinterung
Verbleib im Wasserkörper bei reduzierter Stoffwechselrate.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestandteil des mikrobiellen Loops; wandelt gelöstes organisches Material in Biomasse um, die dann höheren trophischen Ebenen zur Verfügung steht.
Natürliche Feinde
Heterotrophe Nanoflagellaten (Protozoen) und Bakteriophagen (Viren).
Konkurrenzarten
Andere pelagische Bakteriengruppen wie die LD12-Linie (Alphaproteobacteria).
Ökosystemleistung
Reinigung des Wassers durch Abbau organischer Substanzen und Aufrechterhaltung der Nahrungskette im See.
Bedrohungen
Eutrophierung von Gewässern, die zu einer Verschiebung der Bakteriengemeinschaft führen kann.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Lebensraum
Nahezu ubiquitär in pelagischen Süßwasserökosystemen weltweit (Seen, Flüsse, Talsperren). Sie stellen oft 20% bis über 50% der gesamten Bakteriengemeinschaft im Epilimnion von Süßwasserseen dar.
Ökologische Rolle
Zentrale Akteure im mikrobiellen Loop von Süßwassersystemen. Sie prozessieren signifikante Mengen des gelösten organischen Kohlenstoffs (DOC). Durch Actinorhodopsin können sie Perioden von Nährstoffmangel besser überstehen.