Aland
Leuciscus idus
Der Aland ist ein mittelgroßer bis großer Süßwasserfisch mit einem seitlich leicht zusammengedrückten Körper. Er zeichnet sich durch seine silbrige Färbung und rötliche Flossen aus, wobei Zuchtformen wie die Goldorfe auffällig orange gefärbt sind. Er besiedelt vorwiegend langsam fließende Flüsse und Seen in Europa und Asien und gehört zur Gruppe der Weißfische.
Details
Erkennungsmerkmale
Kleine Schuppen, endständiges Maul, gelbe Iris, rötliche Färbung der Bauch- und Afterflossen.
Sozialverhalten
Schwarmfisch, der besonders in der Jugend große Gruppen bildet; ältere Tiere leben oft in kleineren Trupps.
Ernährung
Allesfresser, dessen Nahrungsspektrum von Insektenlarven, Schnecken und Krebstieren bis hin zu kleinen Fischen und Algen reicht.
Jagdstrategie
Aktives Suchen nach Nahrung sowohl am Gewässergrund als auch an der Wasseroberfläche (Anflugnahrung).
Laichsubstrat
Kiesiger Untergrund, Steine oder untergetauchte Wasserpflanzen.
Überwinterung
Überwinterung in tiefen, strömungsarmen Zonen am Gewässergrund bei reduziertem Stoffwechsel.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes als Konsument und Beute für größere Raubfische und Vögel.
Natürliche Feinde
Hecht, Zander, Kormoran, Graureiher und Fischotter.
Konkurrenzarten
Andere Weißfischarten wie Döbel, Rotauge und Brachse.
Ökosystemleistung
Trägt zur biologischen Vielfalt bei und unterstützt den Nährstoffkreislauf in Gewässern.
Bedrohungen
Zerstörung von Laichplätzen durch Flussbegradigung, Querverbauungen und Wasserverschmutzung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Morphologie & Identifikation
Färbung
Rücken olivgrün bis bläulich-schwarz, Flanken silbern glänzend, Bauch weiß; Brust-, Bauch- und Afterflossen rötlich gefärbt.
Erkennungsmerkmale
Kleine Schuppen (55-63 entlang der Seitenlinie), endständige Mundspalte, Afterflosse konkav (nach innen gewölbt).
Verwechslungsarten
Döbel (Squalius cephalus): größere Schuppen, nach außen gewölbte Afterflosse. Rotauge (Rutilus rutilus): rote Iris, größere Schuppen.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind meist etwas kleiner und schlanker als gleichaltrige Weibchen und tragen zur Laichzeit einen feinen Laichausschlag.
Habitat & Lebensraum
Fischregion
Brachsenregion (Metapotamal) und Kaulbarsch-Flunder-Region (Oligohalinikum).
Bevorzugte Zone
Bevorzugt die Freiwasserzone (Pelagial) und ufernahe Bereiche (Litoral) großer, langsam fließender Flüsse und Seen.
Strömungspräferenz
Potamophil; bevorzugt langsam fließendes Wasser, meidet starke Strömung.
Substratpräferenz
Sandiger oder kiesiger Grund, toleriert auch schlammige Substrate in Stillgewässern.
Sauerstoffbedarf
Mäßig; benötigt ca. 5-7 mg/L Sauerstoff für optimales Gedeihen.
Migration
Wanderverhalten
Potamodrom; unternimmt im Frühjahr Wanderungen aus den Unterläufen oder Seen flussaufwärts in kleinere Nebenflüsse zu den Laichplätzen.
Fortpflanzung
Laichsubstrat
Phytolithophil; laicht auf Wasserpflanzen, Wurzeln oder Kies ab.