Garten-Wollbiene
Anthidium manicatum
Die Garten-Wollbiene ist eine solitäre Wildbiene, die durch ihre markante gelb-schwarze Zeichnung an eine Wespe erinnert. Einzigartig ist, dass die Männchen deutlich größer als die Weibchen sind und aggressiv Reviere an nektarreichen Pflanzen verteidigen. Für den Nestbau schaben die Weibchen Haare von wolligen Pflanzen wie dem Woll-Ziest ab, um die Brutzellen in Hohlräumen auszukleiden.

Details
Erkennungsmerkmale
Unterbrochene gelbe Binden am Hinterleib, Männchen mit drei kräftigen Dornen am Abdomenende, Weibchen mit weißgrauer Bauchsammlerbürste.
Sozialverhalten
Solitär lebend; Männchen sind extrem territorial und attackieren andere Insekten, die in ihr Revier eindringen.
Ernährung
Polylektische Art mit einer starken Vorliebe für Lippenblütler (Lamiaceae), Schmetterlingsblütler (Fabaceae) und Wegerichgewächse (Plantaginaceae).
Laichsubstrat
Hohlräume in Holz, Mauerritzen, Pflanzenstängeln oder Insektenhotels; ausgekleidet mit Pflanzenwolle.
Überwinterung
Überwinterung als Ruhelarve (Präpuppe) im Kokon innerhalb des Nestes.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Bestäuber von Wild- und Gartenpflanzen; Männchen regulieren Insektendichte an Futterquellen durch Territorialverhalten.
Natürliche Feinde
Vögel, Spinnen, Raubfliegen sowie die Kuckucksbiene Stelis punctulatissima.
Konkurrenzarten
Andere Wildbienenarten und Honigbienen, die um Nektar und Pollen konkurrieren.
Ökosystemleistung
Sicherstellung der Bestäubung vielfältiger Pflanzenarten in urbanen und naturnahen Räumen.
Bedrohungen
Mangel an geeigneten Nistplätzen und Verlust von spezifischen Pollenquellen durch intensive Gartenpflege.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Männchen sind ungewöhnlicherweise deutlich größer als Weibchen. Charakteristisch ist der 'Dreizack' am Hinterleibsende der Männchen (drei bis fünf dornartige Fortsätze am 7. Tergit). Weibchen besitzen eine gelbliche Bauchbürste zum Pollentransport und sammeln Pflanzenhaare (Wolle) für den Nestbau.
Lebensraum
Siedlungsnahe Bereiche wie Gärten und Parks, aber auch sonnige Waldränder, Bahndämme, Trockenhänge und Ruderalflächen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Verlust von Nistplätzen durch übermäßige Ordnung in Gärten (Entfernung von Totholz, Verfugung von Mauern) und Mangel an spezifischen Nahrungspflanzen durch monotone Grünflächen.
Bestandstrend
Stabil; die Art gilt in Deutschland als weit verbreitet und in Siedlungsgebieten oft als häufig.
Schutzmaßnahmen
Anpflanzung von Woll-Ziest (Stachys byzantina) und heimischen Lippenblütlern; Erhalt von Totholz und offenen Mauerfugen; Bereitstellung von Nisthilfen mit Lochdurchmessern von 8–10 mm.