Gekielte Tellerschnecke
Planorbis carinatus
Die Gekielte Tellerschnecke ist eine mittelgroße Süßwasser-Lungenschnecke aus der Familie der Tellerschnecken. Ihr Gehäuse ist flach scheibenförmig und besitzt einen charakteristischen Kiel, der fast genau in der Mitte der Windungen verläuft. Sie besiedelt bevorzugt pflanzenreiche, stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Gräben und Seen. Die Art ist in Europa weit verbreitet und ernährt sich hauptsächlich von Algenaufwuchs und Detritus.

Details
Erkennungsmerkmale
Flaches, scheibenförmiges Gehäuse; Kiel befindet sich mittig auf der Windung (Unterschied zu P. planorbis); Gehäusedurchmesser bis 20 mm; 4,5 bis 5 Windungen.
Sozialverhalten
Einzelgängerisch, tritt jedoch bei gutem Nahrungsangebot oft in hohen Dichten auf.
Ernährung
Ernährt sich als Weidegänger von Algenfilmen (Periphyton), Detritus und zerfallenden Wasserpflanzen.
Laichsubstrat
Glatte Oberflächen wie Wasserpflanzen, Steine oder untergetauchtes Falllaub.
Überwinterung
Überwinterung im Sediment oder an Wasserpflanzen in tieferen, frostfreien Gewässerzonen.
Ökologie
Ökologische Rolle
Wichtiger Destruent und Algenfresser im aquatischen Ökosystem; trägt zum Nährstoffkreislauf bei.
Natürliche Feinde
Fische (z.B. Schleie, Karpfen), Wasservögel, Libellenlarven und Egel.
Konkurrenzarten
Andere Planorbiden wie Planorbis planorbis oder Anisus-Arten.
Ökosystemleistung
Unterstützt die Selbstreinigung von Gewässern durch den Abbau organischer Substanz.
Bedrohungen
Verlust von Lebensräumen durch Trockenlegung von Feuchtgebieten und intensive Gewässerunterhaltung.
Wissenschaftlicher Steckbrief
Steckbrief
Erkennungsmerkmale
Charakteristisch ist der scharfe Kiel, der sich exakt in der Mitte des Windungsumfangs befindet (medial). Im Gegensatz zu Planorbis planorbis, bei dem der Kiel an der Unterkante liegt, ist er bei P. carinatus zentral. Zudem nehmen die Windungen bei P. carinatus deutlich schneller an Breite zu als bei verwandten Arten.
Ernährung
Algenaufwuchs (Periphyton), Detritus und absterbendes Pflanzenmaterial (Diatomeen, Grünalgen).
Fortpflanzung
Hermaphroditisch (Zwitter); die Eiablage erfolgt in flachen, gallertartigen Kapseln, die meist an der Unterseite von Wasserpflanzenblättern befestigt werden.
Rolle im Nahrungsnetz
Primärkonsument; wandelt pflanzliche Biomasse und Detritus in tierische Biomasse um und dient als wichtige Beute für höhere Trophieebenen.
Schutz & Bedrohung
Hauptbedrohungen
Habitatverlust durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, intensive Gewässerunterhaltung (Entkrautung), übermäßige Eutrophierung und Herbizideinsatz.
Schutzmaßnahmen
Erhalt und Wiederherstellung von naturnahen Stillgewässern und Altwassern; Verzicht auf radikale Entkrautung; Schutz der Ufervegetation.